
Löwen-Geschäftsführer Lasse Thiemann (Mitte, im weißen Pullover). © Krüger
Von: Malte Rehnert
Die HSG Hunte-Aue Löwen kämpfen in der Frauen-Regionalliga und der Männer-Oberliga gegen den Abstieg. Jetzt nimmt Geschäftsführer Lasse Thiemann Stellung zur Krise.
Diepholz – Der Heimspiel-Doppelpack, der zweifache Abstiegskampf, die Trainer. Darüber spricht Lasse Thiemann, Geschäftsführer der HSG Hunte-Aue Löwen, im Interview.
Was erwarten Sie beim Heimspieltag am Samstag?
Pluspunkte! Das ist die einfache Antwort. Beide Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg – und weil es gegen direkte Konkurrenten geht, sind es Vier-Punkte-Spiele. Ich hoffe, dass wir 120 Minuten lang einen guten Kampf zeigen und volle Ränge haben. Das Publikum kann der achte Mann sein.
Wie beurteilen Sie die Gesamtsituation?
Bei den Damen ist es etwas schwieriger, den Anschluss zu bekommen, weil sie nicht mehr so viele Spiele haben. Aber sie haben Rückgrat gezeigt, in den letzten fünf Spielen war die Tendenz positiv. Bei den Herren sehe ich bessere Möglichkeiten. Wir brauchen allerdings Rhythmus – und den hatten wir zuletzt wegen der beiden ausgefallenen Spiele nicht. Man merkt aber im Training: Die Mannschaft hat Bock zu kämpfen.
Warum stecken beide Teams im Keller?
Die Herren hatten keine optimale Vorbereitung und schleppen das noch so ein bisschen mit durch die Saison. Wir haben anfangs viel zu behäbigen, langsamen Handball gespielt. Hinzu kommt die psychologische Komponente, wenn man Niederlagen erleidet. Das macht die Gesamtwetterlage nicht besser. Wir hatten vor der Saison eine andere Erwartungshaltung, wo man sich tabellarisch aufhält. Die Umstellung, mit schnellen, flinken Leuten auf der Rückraum-Mitte-Position zu spielen, greift nun aber immer besser. Die jungen Spieler haben mehr Verantwortung und kommen immer besser in Tritt. Potenzial und Qualität sind da. Und wir arbeiten daran, die Lücke in der A-Jugend für die Zukunft wieder zu schließen. Es würde mich sehr wundern, wenn die Herren absteigen. Bei den Damen konnten wir nach der letzten Saison einige Abgänge nicht kompensieren, da waren die Erwartungen ohnehin auf den Klassenerhalt ausgelegt. Und sie sind sehr auf ihre Leistungsträgerinnen angewiesen. Wenn die sich verletzen, wird es schwierig – vor allem im Haifischbecken Regionalliga. Aber: Wir haben da einen guten Unterbau mit der A-Jugend, viel Potenzial und Talent.
Was würden Abstiege für die HSG bedeuten?
Dass wir nächste Saison um den Aufstieg kämpfen müssen. Natürlich wäre das erst mal ein Rückschlag. Aber bleiben wir im Jetzt: Mir ist es wichtig, wie wir uns verkaufen, dass wir nichts herschenken. Und diesen Eindruck habe ich. Ich glaube auch, dass wir die richtigen Akteure am Werk haben. Junge, dynamische Trainer, die Bock haben, sich weiterzuentwickeln. Dazu Backup-Trainer wie meinen Vater (Heiner Thiemann, d. Red.) oder Bernd Öhlmann, die mit ihrer Erfahrung beratend zur Seite stehen. Das lässt mich positiv in die Zukunft schauen. Und bei der Damenmannschaft muss man auch die tolle Entwicklung der letzten fünf, sechs Jahre sehen – aus der Landesliga bis in die Regionalliga mit attraktivem Handball. Das war ein Novum für unsere HSG.
Die Trainer bei Löwinnen und Löwen stehen demnach nicht zur Diskussion?
Es ist überhaupt nicht unser Stil, Leute während der Saison rauszuschmeißen, wenn es mal nicht läuft. Falls einer sagt, ich erreiche die Mannschaft nicht mehr oder Ähnliches, müsste man darüber sprechen, klar. Ich gehe aber davon aus, dass wir die Saison so zu Ende bringen.






