
Rettete einen Punkt: Yury Pishchukhin traf für die Löwen zum 34:34-Endstand. © Krüger
Von: Fabian Terwey
Die HSG Hunte-Aue Löwen trennen sich nach einem Herzschlagfinale mit 34:34 vom TuS Haren. Warum Trainer Marko Pernar von einem wilden Schlagabtausch von einem „gewonnenen Punkt“ sprach.
Haren – Mit gemischten Gefühlen bestieg Marko Pernar am späten Samstagabend den Mannschaftsbus in Richtung Heimat. Der Trainer und seine Oberliga-Handballer von der HSG Hunte-Aue Löwen hatten sich soeben mit 34:34 (19:15) vom TuS Haren getrennt. Erst nachdem sich der Nightliner einige Kilometer durch die Nacht gebahnt hatte und Pernar den wilden Schlagabtausch beim akut abstiegsbedrohten Gegner noch einmal hatte Revue passieren lassen, kam der 33-Jährige zu dem Schluss: „Es ist ein gewonnener Punkt.“
TuS Haren – HSG Hunte-Aue Löwen 34:34 (15:19)
Löwen: Petrovic, Leiba – Beljic, Tabeling, Mehinagic (5), Kukucka (1), Pishchukhin (2), Petrovic, Planitz, Damm (3), Stankovic (5), Chylinski (9/5), Powelkin (1), Abram (5), Kambachev, Lutz (3).
Auch weil Rechtsaußen Yury Pishchukhin in der Schlussminute noch ausgeglichen und der HSG so den Vier-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz gesichert hatte. Die Löwen sind damit seit vier Spielen in Folge ungeschlagen – „und wir sind nicht mehr ganz unten in der Tabelle“, hob Pernar das Positive hervor.
Uns ist die Luft ausgegangen.
Löwen-Trainer Marko Pernar angesichts der zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung
Rundum zufrieden war der Coach nach dem „kampfbetonten Spiel mit viel Tempo“ dennoch nicht. Vielmehr hatte er vor den rund 100 Zuschauern ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Denn zum einen hatte sein Team zur Halbzeit schon mit 19:15 vorne gelegen, „alles unter Kontrolle“ gehabt und war trotzdem noch in Rückstand geraten (46. Minute/28:29).
Zum anderen war Pishchukhins Treffer zum 34:34-Ausgleich 53 Sekunden vor Schluss nicht die letzte Aktion gewesen. „Es hätte danach noch bitter werden können, wir hätten aber auch noch gewinnen können“, sagte Pernar angesichts des Herzschlagfinals, in dem Haren den Ball zunächst an den Pfosten geknallt hatte und der letzte Abschluss von Löwen-Rückraumshooter Edo Mehinagic Sekunden vor Schluss am Block abprallte.
Die Euphorie nach dem Punktgewinn hielt sich auch deshalb bei Pernar und seinem Team in Grenzen. „Es war ganz ruhig“, berichtete der Coach aus der Kabine, in die sich die Mannschaft und die clubeigene Zweite nach dem vorausgegangenen Sieg gegen Haren II (38:30) „eine große Bestellung Pizza“ hatte kommen lassen.
Was Pernar an der Leistung seiner Löwen ärgerte: „Wir haben es leider sehr schlecht verteidigt, wenn Haren im Angriffsspiel den Torwart rausgenommen hat, um Überzahl zu haben.“ Was den Coach dagegen freute: „Das Team hat gut gekämpft.“
Auch der Auftritt von Remis-Retter Pishchukhin stimmte den Trainer zufrieden: „Er kann nach seinem Bandscheibenvorfall nur ein- oder zweimal in der Woche trainieren. Ich bin deshalb immer froh, wenn er dabei ist. Besonders für unsere Deckung ist er ganz wichtig.“ Diesmal war es der Barnstorfer mit seinem wichtigen Ausgleichstor aber auch im Angriff.






