Neu bei der HSG Hunte-Aue Löwen: Rückraummann Matej Ivankovic ging bei seinem Debüt im Heimspiel gegen den VfL Fredenbeck II leer aus. Der Kroate kam vorwiegend in der ersten Halbzeit zum Einsatz. © Krüger

Quelle: Kreiszeitung.de / Author: Cord Krüger

Marko Pernar ließ die lange Leidenszeit hinter sich, erschöpft aber glücklich war der Löwen-Spielertrainer nach seinem Comeback. Mit Handball-Verbandsligist HSG Hunte-Aue feierte der 31-Jährige am Samstagabend einen 21:20 (10:12)-Sieg gegen den VfL Fredenbeck II, traf selbst viermal.

Barnstorf – Nach 35 Minuten hatte Marko Pernar genug gesehen. Mit 11:14 lagen seine Verbandsliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen am Samstagabend gegen den VfL Fredenbeck II zurück, als der seit Februar verletzte Spielertrainer sein Sweatshirt aus- und sein Trikot mit der Nummer 24 anzog. Am Zeitnehmertisch ließ er sich vom Offiziellen zum Spieler umtitulieren, nahm eine Auszeit – und wirbelte danach bis zur dramatischen Schlussphase mit. „Geplant war es nicht, aber mir hat ein bisschen das Feuer bei allen gefehlt“, erklärte er hinterher sein Spontan-Comeback, mit dem er das Feuer beim Tabellenzweiten tatsächlich neu entfacht hatte. Der bei seinen Kommandos kreisende Zeigefinger des Dirigenten war zurück auf der Platte! Der 31-Jährige, sein lädiertes linkes Knie mit neongrünen Kinesio-Tapes gekränzt, kreuzte, sprintete, sprang, warf vier wichtige Tore, riss die Kollegen mit – und am Ende bejubelten gut 100 begeisterte Fans in der Barnstorfer Vereinssporthalle einen 21:20 (10:12)-Sieg des somit weiter ungeschlagenen Tabellenzweiten über den Vierten!


Verbandsliga Männer: HSG Hunte-Aue Löwen – VfL Fredenbeck II 21:20 (10:12)

Löwen: Kowalski – Beljic (1), Ivankovic, Wilkens, Boskovic (3), Pishchukhin (2), Lengauer, Stankovic (5), Damm (2), Pernar (4), Powelkin, Abram (4/1), Lutz. Zeitstrafen: HSG 2, VfL 1. Siebenmeter: HSG 1/1, VfL 7/4. Schiedsrichter: Finn-Niklaas Siebert (MTV Eyendorf) / Felix Zudse (TuS Rotenburg), boten eine abgeklärte Leistung und bewahrten in hektischen Phasen die Ruhe.

Pernar hingegen feierte nur kurz vor der Tribüne, ehe er danach erschöpft auf seiner Bank zusammensackte: „Mir fehlt nach dieser langen Zeit ohne Handball noch die Luft. Ich glaube, die nächsten drei Tage werde ich nur im Bett liegen“, scherzte der Mittelmann. „Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich.“

„Kowalski – Superstar!“

Nikola Stankovic, mit fünf Toren bester Löwen-Werfer, über die Leistung seines Torhüters“

Vor der Pause fielen solche „Dinger“ zunächst scheinbar leicht rein: Marek Damm, im ersten Durchgang kluger Regisseur und eifriger Wühler durch Fredenbecks Innenblock-Hünen, setzte sich zum 1:0 durch (1.), Patryk Abram, traf per flach geworfenem Ball zum 2:1, Nikola Stankovics Schlagwurf rauschte vom Innenpfosten in die Maschen. Danach verballerten beide Seiten einiges: Fredenbecks Torhüter Jona Paulsen zeigte bis zur Pause fünf Paraden, vorn donnerten die Gäste zwei Siebenmeter an den Pfosten – die Partie wurde zunehmend zerfahrener. Auch Löwen-Neuzugang Matej Ivankovic fand im Rückraum noch nicht die Bindung zum Spiel. Der 31-jährige Kroate kam bei seinem Debüt vorwiegend im ersten Durchgang zum Einsatz, in dem die Löwen nach Damms 6:5 und Stankovics drittem von fünf Toren (7:6/17.) über 8:10 (25.) und 10:12 zur Pausensirene ins Hintertreffen gerieten.


Spieler des Spiels: Peter Kowalski

Der Löwen-Torhüter musste 60 Minuten durchspielen. Erstens, weil Keeper-Kollege Donatas Biras mit Leistenproblemen angeschlagen war, zweitens, weil Kowalski mit 17 Paraden einfach klasse hielt.


Nach dem Wechsel vergrößerte sich der Abstand, ehe Pernar sich der Sache annahm. Kurz vor dessen Start beim 11:14 hatte Kowalski Fredenbecks Johannes Ohm einen Siebenmeter abgekauft und wenig später noch zwei Würfe gehalten. Pishchukhin traf von rechtsaußen zum 13:15 und Mladen Boskovic per Tempogegenstoß zum 14:15 (41.). Trotzdem blieben die mit nur acht Feldspielern angereisten Gäste lange auf Kurs. Bis zum Ausgleich durch Pernar (19:19/57.), der kurz darauf mit dem 20:19 und 21:19 (59.) der Drittliga-Reserve den Stecker zog.