Die „neuen“ Löwen für die Saison 2023/24: Kevin Lutz (von links), Mladen Boskovic, Lars Powelkin, Spielertrainer Marko Pernar, Marek Damm und Torwart Stanko Petrovic. © Privat

Quelle: Fabian Terwey (Kreiszeitung.de)

Pernar kann nicht mehr warten: So plant der Löwen-Spielertrainer sein Comeback und den Aufstieg

START IN DIE SAISON Die Männermannschaft der HSG Hunte-Aue Löwen legt in der Handball-Verbandsliga wieder los. Und Spielertrainer Marko Pernar hat klare Ziele vor Augen: sein Comeback – und am Ende den Aufstieg in die Oberliga. In der großen Saison-Vorschau steht auch, mit welchem Personal es der 31-Jährige und sein Trainerteam schaffen wollen.

Diepholz – Gemeinsam bauten sie einen Turm aus leeren Getränkekisten, spielten Wikingerschach und flachsten: Die Verbandsliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen bewegten sich in ihrer Vorbereitung nicht nur in der Halle, sondern auch auf dem Barnstorfer Sportplatz – und das sichtlich gut gelaunt, zu sehen auf ihrem Instagram-Kanal. Eine Teambuilding-Maßnahme vor der am Freitag beginnenden Saison, in der Spielertrainer Marko Pernar und seine HSG die Rückkehr in die Oberliga anstreben.

 


HSG Hunte-Aue Löwen

Kader, Tor: Donatas Biras, Peter Kowalski, Stanko Petrovic; Außen: Julian Wilkens, Lars Powelkin, Patryk Abram, Mladen Boskovic , Kevin Lutz, Yury Pishchukhin; Rückraum: Marek Damm, Stefan Beljic, Nikola Stankovic, Marko Stojisavljevic, Marko Pernar, Kreis: Luis Lengauer.
Zugänge: Mladen Boskovic (RK Izvidac), Stanko Petrovic (RK Temerin), Lars Powelkin, Marek Damm, Kevin Lutz (alle HSG Hunte Aue-Löwen II).
Abgänge: Dennis Wulf (Karriereende), Silas Steinke (Studium), Arunas Srederis (Ziel unbekannt).
Das Team ums Team, Trainer: Marko Pernar, Denis Maksimovic, Heiner Thiemann; Sportlicher Leiter: Lasse Thiemann, Heiner Thiemann; Betreuer: Andreas Steinke.
Saisonziel: Oberes Tabellendrittel.
Favoriten: Wilhemshavener HV II, HSG Grüppenb./Bookholzb. ,HSG Schwanewede/Nk..
Unser Tipp: Platz 3.

 


„Das war richtig witzig und hat uns zusammengebracht – genauso wie der Grillabend“, sagt Pernar über die „Einheiten“ abseits der Platte. „Wir sind dabei, aus individuell sehr guten Spielern eine Mannschaft zu formen“, erklärt der Sportliche Leiter Heiner Thiemann.

Diese muss erst noch zusammenwachsen, weil sie sich im Vergleich zur Vorsaison verändert hat. Der verletzungsgescholtene Dennis Wulf (Karriereende) ist bekanntlich nicht mehr dabei. Aber auch Talent Silas Steinke, bei dem laut Pernar ein Sportstudium in Köln im Raum stehe, hat den Vorjahresvierten verlassen – „leider“, wie der Spielertrainer bedauert. Neue Gesichter sind indes dazugekommen.

Mladen Boskovic kommt vom bosnischen Meister RK Izvidac

So wie Mladen Boskovic. Der Rechtsaußen gewann zuletzt die bosnische Meisterschaft mit RK Izvidac. Für den Champion erzielte der 28-Jährige in der abgelaufenen Saison 84 Tore in 29 Spielen – laut Internetseite des Ex-Clubs. Ein echter Königstransfer demnach. „Er wollte kein Profi mehr sein und ist über Kontakte zu uns gekommen“, sagt Pernar. Die Löwen boten dem Linkshänder laut Thieman eine berufliche Perspektive in Deutschland, vermittelten ihn an ein IT-Unternehmen. In sportlicher Hinsicht hatte Pernar im Probetraining fix festgestellt: „Schnell, klaut viele Bälle – genau das, was uns letzte Saison gefehlt hat.“

Mithilfe einer Job-Vermittlung gewannen die Löwen auch Stanko Petrovic (34) vom serbischen Club RK Temerin. Der dritte Keeper im Kader – neben Routinier Donatas Biras und Peter Kowalski. „Stefan Beljic hat den Kontakt hergestellt. Er passt gut ins Team. Und wir brauchten noch einen Torwart, falls einer ausfällt“, sagt Pernar. Bei Kowalski drohe zudem weiterhin ein studiumsbedingter Abgang – „genau weiß er das aber selbst noch nicht“, berichtet der Spielertrainer.

Marek Damm, Lars Powelkin und Kevin Lutz fest im Kader

Fest zum Kader gehören neben den beiden externen Zugängen fortan auch Mittelmann Marek Damm (19) sowie die Außen Lars Powelkin (17) und Kevin Lutz (20). „Sie entwickeln sich gut“, lobt Pernar: „In der Zweiten kommen sie nur noch zum Einsatz, wenn es notwendig ist.“ Die Youngster hatten sich bereits in der Vorsaison in Spielen für die Erste empfohlen.

Laut Thiemann sollen für den „noch verhältnismäßig kleinen Kader“ weitere Zugänge folgen. Nötig ist das auch, weil Pernar noch länger ausfällt. „Ich war bei verschiedenen Ärzten“, berichtet der 31-Jährige. Im Juli war nach einem Besuch einer Kölner Klinik noch die Rede von einem „zu lockeren vorderen Kreuzband im linken Knie“. Inzwischen habe Pernar die Diagnose „Meniskus-Schaden“ erhalten: „Im Oktober fahre ich nach Bielefeld zu einem Knie-Spezialisten. Wenn nötig, kann ich dort ein paar Tage später operiert werden. Ich kann nicht mehr warten. Es ist nervig, nicht zu spielen und nichts vormachen zu können. Im besten Fall steige ich sechs Wochen nach der OP ins Training ein.“

Auch der langjährige Coach Thiemann, der jetzt gemeinsam mit Pernar und dem einstigen GWD-Minden-Profi Denis Maksimovic ein „Trainer-Triumvirat“ bildet, hofft auf ein baldiges Comeback: „Marko fehlt uns an allen Ecken und Enden. Wir gehen aber davon aus, dass er ab Januar, Februar wieder spielen kann.“

In der Vorbereitung konnte Pernar nur zuschauen, sah unter anderem einen 31:27-Testspielerfolg gegen Landesligist TV Bissendorf-Holte II. „Es ruckelt noch“, befindet Thiemann und spricht von „Defiziten in der Abwehr. Und im Angriff klappt auch noch nicht alles.“ Doch weil das „normal für die Vorbereitung“ sei, hält der 71-Jährige die Oberliga-Rückkehr in der zweiten Verbandsliga-Saison nach dem Abstieg dennoch für möglich: „Nicht einfach in dieser spielstarken Liga, aber wir müssten schon unter die ersten Sechs kommen.“

Das würde, anders als in der Vorsaison, als nur zwei Teams hochgehen durften, für den Aufstieg ausreichen. Die neue Regionalliga, die ab der Saison 2024/25 zwischen 3. Liga und Oberliga eingezogen wird, macht’s möglich.

„Ich halte den Aufstieg für realistisch“, meint auch Pernar, denn: „Die Jungs sind gut vorbereitet und motiviert. Ich glaube, dass es gleich am Freitag richtig, richtig gut wird.“ Dann kämpfen die Löwen in der Mühlenkamphalle gegen die HSG Seevetal/Ashausen (20.00 Uhr) um die ersten Punkte.

Es ist eine von lediglich drei geplanten Partien in der langjährigen Heimspielstätte in Diepholz. Die weiteren zehn Duelle absolviert das Team bekanntlich im neuen Zuhause in der Vereinssporthalle in Barnstorf. Pernar findet’s gut, denn „die meisten Spieler kommen aus Barnstorf – so wie ich.“ Heißt für seinen Weg zur Halle: „Fahrrad statt Auto – dann kann man auch mal ein Bier trinken.“ Mit den alten und neuen Teamkollegen.