
Aufopferungsvoller Kampf: Laura Scheper musste als letzte verbliebene nominelle Kreisläuferin bei den verletzungsgeplagten Lady Lions nahezu durchspielen. © Terwey
Von: Fabian Terwey
Lea Hillmer war enttäuscht, Jessica Michel übte trotz starker Paraden Selbstkritik, Trainer Mateusz Chylinski zeigte sich als fairer Verlierer und baute sein Team auf. Die Stimmen zur Löwinnen-Niederlage gegen Wilhelmshaven.
Diepholz – In Gedanken vertieft saß Lea Hillmer nach der Schlusssirene auf der Bank, wickelte ihren Schutz-Verband vom einst gebrochenen kleinen Finger und starrte ins Leere. Wieder verloren, wieder keine Punkte – zum dritten Mal in Folge. Und das, obwohl die Rückraumshooterin an diesem Samstagabend zehnmal für ihre Lady Lions getroffen hatte, davon zweimal per Siebenmeter. Doch das reichte den Regionalliga-Handballerinnen der HSG Hunte-Aue Löwen bei der schmerzhaften 25:27 (10:14)-Heimpleite gegen den Wilhelmshavener HV letztlich nicht. Der Abstieg rückt für das Schlusslicht nun immer näher.
„Wir waren auf zwei Tore dran am Ende, uns haben aber die Kräfte gefehlt“, sagte Hillmer, die bei der vom Verletzungspech verfolgten HSG mit Leistung und lautstarken Kommandos vorangegangen war: „Wir haben 60 Minuten gekämpft, gekämpft, gekämpft und konnten uns leider nicht belohnen.“
HSG Hunte-Aue Löwen – Wilhelmshavener HV 25:27 (10:14)
Löwinnen: Michel, Bünte – Iven, Mohammad (2), Menge, Dießel (4), Scheper (4), J. Klostermann, K. Witte (2), Hillmer (10/2), A. Meyer (1), Kambacheva (2), Schmidt.
Und weil der TuS Jahn Hollenstedt zuvor gegen die HSG Stade/Fredenbeck gewonnen hatte (21:18), vergrößerte sich der Rückstand für die Löwinnen zum Konkurrenten auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz auf sieben Punkte – bei nur noch fünf ausstehenden Spielen.
Angesichts der scheinbar aussichtslosen Lage will sich Hillmer deshalb auf das konzentrieren, was noch zu beeinflussen ist: „Wir werden nicht aufgeben, wir wollen weiter gewinnen und Punkte sammeln. Und vielleicht klappt es am Ende mit dem Klassenerhalt – oder leider auch nicht.“

Ging wieder mal voran: Löwin Lea Hillmer. © Terwey
Nicht funktionierte es mit einem Punkterfolg im vorletzten Heimspiel der Saison, auch weil die Lady Lions vor der vergleichsweise kleinen Kulisse von 100 Zuschauern in der Schlussphase teilweise zu überstürzt im Angriff agierten und die Chance wegwarfen, den zeitweiligen Sechs-Tore-Rückstand (18:24, 49.) aufzuholen.
Das ist natürlich schade. Wir haben zuletzt aber auch nicht gut gespielt.
Löwinnen-Kapitänin Jessica Michel über die mit knapp 100 Zuschauern vergleichsweise geringe Besucherzahl beim Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV
Für die glänzend parierende Torhüterin Jessica Michel war es „ärgerlich, wenn man hinten die Dinger hält und vorne die Fehler macht. So verspielen wir uns das Erarbeitete.“ Die 29-jährige Kapitänin zeigte sich dabei selbstkritisch: „Ich war zeitweise zu sehr in Rage und habe zwei, drei lange Pässe von hinten zu überhastet gespielt.“
So blieb die letzte HSG-Führung im Spiel das 4:3 durch Hillmer (7.). Trainer Mateusz Chylinski zollte seinem Team dennoch Respekt: „Mit unserem schmalen Kader haben wir uns gut geschlagen. Es war eine solide Abwehrleistung, leider haben wir das Spiel heute vorne verloren. Wilhelmshaven war abgezockter.“
Premiere für Schmidt
Mit Rechtsaußen Sara Schmidt feierte am Samstagabend das nächste Talent sein Debüt bei den Lady Lions. Die A-Jugendliche kam in der Schlussphase ins Spiel, nachdem sie am Nachmittag sechs Tore zum 44:38 (18:16)-Heimsieg der Junglöwinnen gegen RW Damme beigesteuert hatte.






