
Im Hinrundenduell gegen den TV Oyten verletzte sich Tristan Tabeling, beim anstehenden Rückrundenspiel kann der Löwen-Kreisläufer wieder mitwirken. © Krüger
Von: Fabian Terwey
Tristan Tabeling hatte sich im September eine Schultereckgelenksprengung zugezogen, jetzt ist der Löwen-Kreisläufer zurück auf der Platte und spricht über sein Comeback, das Ziel mit dem Team und verrät, warum er vor versammelter Mannschaft „Last Christmas“ sang.
Diepholz – Tristan Tabeling tanzte mit seinen Teamkollegen im Kreis und strahlte über das ganze Gesicht. Der Kreisläufer hatte am vergangenen Samstag nach langer Leidenszeit sein heiß ersehntes Comeback für die HSG Hunte-Aue Löwen gegeben – und im Kellerkracher gegen Ex-Club TSG Hatten-Sandkrug obendrein einen immens wichtigen Sieg mit dem Handball-Oberligisten gefeiert. Ein „unfassbares Gefühl“, berichtet der 20-Jährige nach seiner gut viermonatigen Verletzungspause und vor dem Spiel beim Tabellendritten TV Oyten (Sonntag, 16.00 Uhr).

Endlich wieder mittendrin: HSG-Neuzugang Tristan Tabeling klatscht nach seinem Comeback-Spiel seine früheren Teamkollegen von der TSG Hatten-Sandkrug ab. © Terwey
„Auch zwei Tage danach war ich noch total euphorisiert“, erklärt Tabeling. Auch wegen der großen Unterstützung. Denn seine Freundin, Großeltern, Eltern und sein jüngerer Bruder hatten ihn auf der Tribüne der Diepholzer Mühlenkamphalle angefeuert und sein erstes Saisontor bejubelt. Tabeling freute sich ganz besonders über diesen Premierentreffer: „Mir war das schon sehr wichtig, weil ich so das Gefühl habe, richtig angekommen zu sein.“
Bereits zuvor hatte er sich „sehr wohl“ bei den Löwen gefühlt. Und auch das Aufnahmeritual hatte er bestanden und nach „ein, zwei Bier zum Auflockern“ gemeinsam mit den weiteren Neuzugängen Maksym Leiba und Samuel Kukucka den Wham-Hit „Last Christmas“ auf der HSG-Weihnachtsfeier zum Besten gegeben.
Nun wollte Tabeling aber auch endlich wieder mit seiner Mannschaft auf der Platte stehen. „Es kribbelt in den Fingern, wenn man den Jungs nicht helfen kann“, erklärt Tabeling, der ab Spieltag zwei zum Zuschauen verdammt gewesen war.
Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall drin, vielleicht sogar die Top fünf.
Tristan Tabeling auf die Frage, was mit den Löwen in dieser Saison noch möglich ist
Gleich im ersten Pflichtspiel für seinen neuen Club hatte er sich verletzt. Am 12. September im Hinrundenspiel gegen Oyten (26:30) war es, als Tabeling unglücklich auf die rechte Schulter gefallen war. „Ich bin in den Kreis gesprungen, um noch einen Abpraller zu holen, dann habe ich es nur noch krachen gehört“, erinnert sich der Lohner: „Durch das Adrenalin bin ich erst noch weitergelaufen, habe dann aber gemerkt, dass da was nicht richtig ist.“
Also ließ er sich unter Schmerzen auswechseln und Teamkollege Peter Kowalski und Physiotherapeutin Lilli Luisa Herrmann mussten ihm helfen, das Trikot auszubekommen. Beim Inspizieren fiel auch dem angehenden Physiotherapeuten Tabeling gleich auf, dass sich „ein Knubbel“ auf der Schulter gebildet hatte: „Ich bin daraufhin mit meiner Mutter ins Krankenhaus nach Vechta gefahren.“
Nach einem MRT-Termin erhielt Tabeling dann die bittere Diagnose: Schultereckgelenksprengung. Glück im Unglück: Eine OP war nicht nötig. „Es brauchte lediglich Zeit“, erklärt Tabeling. Und die hat er nun endlich hinter sich gebracht.
Nach seinem Trainingseinstieg zu Jahresbeginn ist er inzwischen wieder bei „80 bis 90 Prozent“. Sorgen sich erneut zu verletzen, habe er sich am Samstag nicht gemacht – und die hat er auch nicht beim Wiedersehen mit Oyten: „Sobald ich auf dem Feld bin, macht es klick und ich schalte in den Spielmodus.“
Pernars Wunsch
Löwen-Trainer Marko Pernar hofft auf einen Verbleib von Marek Damm. „Er hat sich richtig gut entwickelt“, sagt Pernar über den Mittelmann, der unter anderem von Oberliga-Rivale TV Neerstedt umworben wird: „Ich würde mich riesig freuen, wenn er mindestens noch eine Saison bleibt.“ Beim Spiel in Oyten kann Pernar weiter auf Damm zählen und will mit ihm und dem Team den dritten Sieg in Folge feiern, um den Zwei-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegszone auszubauen. „Wir können gewinnen“, sagt der Coach – auch, weil das Löwen-Spiel für Oyten nach dem Samstagduell mit Neerstedt das zweite Match binnen 24 Stunden ist.






