Hat bereits verlängert: Lisanne Dießel trägt auch in der kommenden Saison das Löwinnen-Trikot. © Terwey

Von: Fabian Terwey

„Als Team dürfen wir uns nicht verlieren“, betont Löwinnen-Rückraumshooterin Lisanne Dießel und setzt mit ihrer ligaunabhängigen Verlängerung inmitten des Abstiegskampfes ein Zeichen.

Diepholz – Lisanne Dießel stieg hoch und höher und schleuderte den Ball über den gegnerischen Block direkt in den Winkel. Ein echter Traumtreffer, den die Regionalliga-Handballerin der HSG Hunte-Aue Löwen da gegen die HSG Stade/Fredenbeck erzielt hatte.

Der Handballverband Niedersachsen-Bremen kürte die „Bude“ deshalb zu seinem „Tor der Woche“. Für Dießel „eine schöne Überraschung“, wie sie jetzt vor dem Heimspiel mit dem Schlusslicht gegen den Tabellenfünften Wilhelmshavener HV (Samstag, 19.15 Uhr) verrät.

„Eigentlich war es nur ein Verzweiflungswurf in Unterzahl“, sagt die Rückraumshooterin zu der spektakulären Szene beim 27:27: „Aber Mateusz (Trainer Chylinski, d. Red.) sagt immer, wir sollen lieber abschließen, als dass wir in aussichtsloser Lage einen Ballverlust riskieren.“

Funktionierte perfekt und den Coach freut, dass Dießel seine Tipps beherzigt: „Lisanne fragt oft, was sie besser machen kann und hört gut zu. Es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten. Manchmal macht sie sich allerdings zu viele Gedanken. Als der Ball eingeschlagen ist, haben wir uns daher auf der Bank alle groß angeguckt und für sie gefreut.“

Auch weil Dießel schwere Zeiten hinter sich hat. Nach ihrer Ellenbogen-Verletzung und dem Bänderriss im Sprunggelenk vor rund einem Jahr fühlt sich die 25-Jährige „mittlerweile aber wieder viel freier“. Und ohne die Angst, sich erneut zu verletzen, übernimmt Dießel nun immer mehr Verantwortung – auch wegen der zahlreichen Ausfälle verletzter Leistungsträgerinnen wie Kim Klostermann oder Lina Witte.

In der Vergangenheit saß Dießel zu Spielbeginn noch lieber auf der Bank, um die Gegnerinnen zu studieren, inzwischen startet sie meist und spielt dann oft 60 Minuten durch. „Mal schauen, wie der Körper das mitmacht“, sagt die Dinklagerin und kündigt trotz der herausfordernden Situation im Abstiegskampf an: „Wir glauben an uns, und ich bin mir sicher, dass wir die Halle am Samstag als Sieger verlassen.“

Ob es dann gelingt, die aktuell fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer aufzuholen und am Saisonende den Klassenerhalt zu feiern, ist für Dießel „schwierig zu sagen“, aber sie meint: „Sag niemals nie. Das Wichtigste ist aber, dass wir uns als Team nicht verlieren.“ Sie selbst geht in der Hinsicht voran und hat bereits jetzt ihre Zusage für die kommende Saison gegeben – ligaunabhängig. Weitere Dießel-Traumtore sind also möglich.

Bleibt Chylinski?

Die Verlängerung von Mateusz Chylinski bei den Löwinnen hängt nicht von der Ligazugehörigkeit ab. Das teilte der Trainer der abstiegsbedrohten HSG jetzt auf Nachfrage der Mediengruppe Kreiszeitung mit. Man sei „in Gesprächen“ für die kommende Saison. Fix ist: Am Samstag kann der Coach gegen Wilhelmshaven nicht auf Ellen Schlömer setzen. Die Linkshänderin fällt mit ihrer Bänderdehnung im linken Sprunggelenk aus.