Abschied nach acht Jahren: Top-Torjägerin Karla Witte verlässt den Regionalliga-Absteiger HSG Hunte-Aue Löwen und schließt sich dem Drittligisten SFN Vechta an. © Terwey

 Von: Matthias Borchardt

Nach Lea Hillmer verlieren die Handballerinnen der HSG Hunte-Aue Löwen mit Karla Witte die nächste Führungsspielerin. Hintergründe und Stimmen zum Wechsel zu SFN Vechta.

Diepholz – Handball-Frauen-Regionalligist HSG Hunte-Aue Löwen verliert nach Rückraumakteurin Lea Hillmer (wechselt zum Oberligisten TV Cloppenburg) in Top-Torjägerin Karla Witte, mit 126/12 „Buden“ auf Platz vier in der Torschützenliste, eine weitere Leistungsträgerin. Die 25-Jährige hatte bereits beim Drittligisten SFN Vechta mittrainiert und gab den Verantwortlichen um Neu-Trainer Stephan Nocke kurz vor Ostern die Zusage.

Ich denke, der Wechsel gibt mir die Möglichkeit, mich sowohl persönlich als auch sportlich weiterzuentwickeln.

Karla Witte

„Ich habe mich für einen Wechsel nach Vechta entschieden. Ich denke, der Wechsel gibt mir die Möglichkeit, mich sowohl persönlich als auch sportlich weiterzuentwickeln. Ich wurde von Anfang an gut im Team aufgenommen“, sagt die in Lembruch wohnende Witte. Dennoch gibt sie zu: „Trotzdem ist mir die Entscheidung natürlich nicht leichtgefallen.“

Eigentlich wollte die gelernte Industriekauffrau, die aktuell als Sachbearbeiterin in der Pflegekasse tätig ist, noch einmal mit ihrer Schwester Lina zusammenspielen. Sie fällt allerdings mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison aus. Jetzt trennen sich ihre Wege. Die 29-jährige Lina Witte startet in der kommenden Oberliga-Saison ihr Comeback bei den „Lady Lions“.

„Es ist gut, dass jetzt Klarheit herrscht, so können auch wir nun planen. Karla muss es ausprobieren. Wir verlieren unsere zwei Haupttorschützinnen, das müssen wir kompensieren“, betont Löwen-Co-Trainer Bernd Öhlmann.

Der 62-Jährige baut nun auf den Nachwuchs: „Jetzt müssen junge Spielerinnen nachrutschen.“ Eine davon ist Sherin Mohammad. Die 18-jährige Außenspielerin hat bereits in der Regionalliga auf sich aufmerksam gemacht.

Mit acht Jahren kam Karla Witte zum Handball, fing bei den Minis der HSG Barnstorf/Diepholz an. Später wechselte sie zum TuS Lemförde, ging zunächst für die B-Jugend, danach für die A-Jugend auf Torejagd. Seit der Saison 2018/19 trägt sie wieder das Trikot der HSG Barnstorf/Diepholz, der heutigen HSG Hunte-Aue Löwen.

Als absolutes Highlight stuft sie mit den „Lady Lions“ den Sprung von der Oberliga (Platz vier in der Staffel Niedersachsen in der Spielzeit 2023/24 belegt) in die Regionalliga ein. Mit 159/21 „Buden“ trug sie maßgeblich dazu bei, dass die Löwinnen als Tabellenneunte in der Serie 2024/25 den Klassenverbleib in der neu eingeführten Regionalliga schafften.

Im zweiten Jahr folgte für die Rückraumakteurin mit der Nummer 24 der Abstieg. Jetzt startet die beste Spielerin aus dem Kreis Diepholz einen Neuanfang bei SFN Vechta, dessen erste Handballmannschaft der Frauen mit einer Unterbrechung seit 2016 in der 3. Liga spielt. In der Vorsaison wurde SFN Regionalliga-Meister.

„Ich freue mich sehr, dass Karla sich den Schritt traut, und bin überzeugt von ihrem Können. Menschlich harmoniert es super, und auch sportlich wird sie uns auf jeden Fall verstärken“, unterstreicht Vechtas Kapitänin Svenja Ruhöfer. Mit 161/73 Treffern ist die Kreisläuferin Haupttorschützin beim Drittligisten.

Zwei Spieltage vor Saisonschluss schweben die „Guardians“ als Tabellenvorletzter in akuter Abstiegsgefahr, können aber den Drittliga-Verbleib noch schaffen. Eventuell gibt es nur einen Absteiger.