
Den „Überzieher“ an Kopf und Schulter des Gegenspielers vorbei macht Kamil Chylinski (rechts) gerne und hat häufig auch Erfolg damit. © Göbel
Von: Hannes Göbel
Vor dem Derby beim TV Dinklage in der Handball-Oberliga kann die HSG Hunte-Aue Löwen sich über eine weitere Saison mit Toptorschütze Kamil Chylinski freuen. Das sagen die Beteiligten zur weiteren Zusammenarbeit und zum Spiel gegen den Tabellenvierten.
Diepholz – Er ist eine Tormaschine und die absolute Lebensversicherung im Angriff der HSG Hunte-Aue Löwen. Kamil Chylinski. Der 33-Jährige ist in der laufenden Saison mit 121 Treffern bester Werfer der Oberliga-Handballer und belegt damit Platz sieben in der Torjägerliste. Nun signalisiert er – sollte sein Körper es weiter zulassen – auch in der kommenden Spielzeit für die Löwen auf Torejagd gehen zu wollen.
„Wenn ich fit bleibe, dann würde ich gerne weitermachen“, bestätigt er im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung und löst damit bei seinem Trainer Marko Pernar Glücksgefühle aus: „Ich freue mich riesig, dass er bleibt. Mit seiner Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, seiner Erfahrung und seinen Schlagwürfen ist er sehr wichtig für uns.“ Auch HSG-Legende Heiner Thiemann betont die Freude über eine weitere Zusammenarbeit, die Bedeutung der Rolle des Haupttorschützen, und sagt, dass der Verein sich auf seine „nachhaltige Leistung“ verlassen kann.
„Überzieher“ als Chylinskis Markenzeichen
Dass er bereits 121 Treffer auf dem Konto hat, weiß Rückraum-Shooter Chylinski selbst gar nicht. „Früher habe ich da vielleicht mal danach geschaut, aber jetzt nicht mehr“, erklärt der erfahrene Handballer und lacht. Mittlerweile spielt Chylinski nicht mehr im linken Rückraum, sondern auf der für Rechtshänder unüblicheren rechten Seite. „Ich spiele komplett anders als früher“, sagt Chylinski. Seine von außen betrachtete Lieblingsbewegung, den „Überzieher“ – bei dem er seinen Wurfarm mit Ball über die Schulter des Gegenspielers zieht – ist schon eine Art Markenzeichen geworden. Er handle je nach Situation, ziehe aber „am liebsten bis zum Kreis durch“. Springt dann ein Siebenmeter dabei heraus, tritt der Führungsspieler selbst an. „Manchmal werfe ich einfach mit voller Kraft“, erzählt Chylinski, der sich keine Wurfvarianten zurechtgelegt hat, sondern sich lediglich den Torwart anschaut. „Hauptsache, er geht rein“, meint er. Nach dem Training trainiert Chylinski die Strafwürfe teilweise im Wettkampf-Format. „Ab und zu werfe ich mit den anderen mal um einen Sechser-Träger.“
Pernar will gutes Rückzugsverhalten sehen
Ein kaltes Getränk könnten sich Chylinski und Co. auch genehmigen, sollten für die Löwen im Derby beim TV Dinklage am Samstag (19.30 Uhr) zwei Zähler rausspringen. „Wir wollen alles geben, und wenn wir bestimmte Punkte umsetzen, dann haben wir eine gute Chance“, meint Pernar vor dem Duell gegen den Tabellenvierten. Diese „Punkte“ seien Beweglichkeit, Zweikampfstärke und insbesondere das Rückzugsverhalten. „Wir dürfen es nicht verschlafen, zurückzulaufen. Dinklages Stärke sind Tempogegenstöße“, so Pernar.
Lars Powelkin fehlt Löwen
Bei der Mission Derbysieg helfen werden sicher auch die Abschlussqualitäten eines Chylinski, der im Hinspiel zehnmal traf. „Ob ich wieder zehn Tore mache oder wer anders, ist mir egal, wir müssen gewinnen.“ Ein Derby sei für ihn immer ein „50:50-Spiel“, so Chylinski, der mahnt: „Dinklage bestraft jeden Fehler.“ Verzichten muss Pernar beim Auswärtsspiel lediglich auf Lars Powelkin (privat verhindert).






