Es ging zur Sache im Derby: Hier wird die Reißfestigkeit des Trikots von Löwe Nikola Stankovic (l.) getestet. © Gabi Müller

Von: Malte Rehnert

Für die Löwen-Handballer war es am Freitagabend eine deutliche Niederlage im Heim-Derby. Gegner Dinklage triumphierte in der Mühlenkamphalle mit 36:26, und Löwen-Trainer Marko Pernar hatte auch keine Erklärung für die schwache Leistung.

Diepholz – Die Durststrecke dauert an: Im Derby gegen Aufsteiger TV Dinklage kassierte die HSG Hunte-Aue Löwen am Freitagabend eine am Ende deutliche 26:36 (13:17)-Niederlage und wartet seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg in der Handball-Oberliga. Trainer Marko Pernar war hinterher hörbar enttäuscht: „Dieser Auftritt ist ein Rätsel für mich. Wir haben sehr viele Fehler gemacht. Und man muss sagen: Das war ein Rückschritt.“

HSG Hunte-Aue Löwen – TV Dinklage 26:36 (13:17)

Löwen: Leiba, Petrovic – Beljic, Kukucka (2), Planitz, Damm, Stankovic (4), Chylinski (10/6), Powelkin, Mehinagic (7), Abram, Kambachev (2), Lutz (1). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Abram nach dritter Zeitstrafe (52.).

Die Rahmenbedingungen für ein schwungvolles Spiel passten. Dinklage hatte viele Fans mitgebracht, die Diepholzer Mühlenkamphalle war voll. „Die Kulisse war super. Da hätte man eigentlich Spaß haben können“, meinte Pernar: „Aber vielleicht haben sich ein paar Spieler deshalb ohne Grund Druck gemacht.“

Die erste Halbzeit sei laut HSG-Coach noch okay gewesen, zur Pause lagen die Hausherren mit vier Toren hinten (13:17). Da bestand noch Hoffnung. Doch spätestens beim ersten Sieben-Tore-Rückstand (22:29/52.) war die Luft dann raus. Sekunden später sah Patryk Abram nach seiner dritten Zeitstrafe auch noch Rot.

„Wir wollten unsere Angriffe eigentlich länger ausspielen, aber das haben wir zu selten gemacht“, monierte Pernar. Hinzu kamen Fehlpässe und -würfe, die Dinklage gnadenlos bestrafte.

Mit ihrer sehr schnellen ersten Welle überrollten die Gäste die Gastgeber teilweise. Vor allem den Ex-Barnstorfer Hendrik Jahn (zehn Tore) und Hannes Brüning (8) bekamen die Löwen nicht in den Griff. Da halfen auch die zehn Treffer von Kamil Chylinski und die sieben von Edo Mehinagic letztlich wenig. „Dinklage hat es wirklich gut gemacht“, lobte Pernar: „Der Sieg ist am Ende total verdient.“

Die Darbietung seiner eigenen Mannschaft dagegen will der Coach in Ruhe aufarbeiten: „Das werden wir analysieren. Nach dem guten 35:35 in Bremervörde dachte ich, jetzt kommt der nächste Fortschritt. Aber diesmal war es eindeutig zu wenig in allen Bereichen.“

Einziger Lichtblick bei den Löwen war Alisman Kambachev. Der 17-Jährige bekam mehr Spielanteile und warf zwei Tore. Pernar: „Er hat sich gut präsentiert. Für ihn freue ich mich.“