
Modernen Tempohandball will Ralph Winterstein mit den Löwinnen zeigen. „Unser Spiel wird an Geschwindigkeit zunehmen“, kündigt der künftige Trainer an. © Winterstein
Von: Matthias Borchardt, Fabian Terwey
Ralph Winterstein übernimmt die Löwinnen in der kommenden Saison. Was der neue Trainer mitbringt und welchen Plan er in der Handball-Oberliga verfolgt.
Diepholz – Beim Spiel der „Lady Lions“ in Garrel (21:32) konnte Ralph Winterstein nicht zuschauen, der zukünftige Trainer der Handballerinnen der HSG Hunte-Aue Löwen hatte am Freitagabend „andere Verpflichtungen“. Die Mannschaft kennt der 58-Jährige aber bereits aus einigen Auftritten der vorigen und der laufenden Saison.
Und das, was Winterstein dort beobachtete, löste beim Rehdener wieder „dieses Kribbeln“ aus – „die Lust, wieder was im Handball zu machen“. Die Anfrage des Regionalliga-Absteigers kam dem früheren Oberliga-Spieler des TuS Eintracht Bremen deshalb gerade recht. Seit Freitag ist es nun offiziell: Winterstein coacht die HSG in der kommenden Saison in der Oberliga und tritt damit die Nachfolge des zum Saisonende scheidenden Mateusz Chylinski an (wir berichteten).
„Vor vier Jahren habe ich eigentlich gesagt: Es reicht“, berichtet Winterstein: „25 Jahre lang war ich Damen-Trainer gewesen.“ Unter anderem bei Falke Steinfeld, bei der HSG Wagenfeld/Wetschen, der SG Achim/Baden, der HSG Bassum/Twistringen, zuletzt aber auch bei der Löwinnen-Reserve. „Ralph ist für uns kein Unbekannter“, sagt HSG-Geschäftsführer Lasse Thiemann deshalb: „Er war unsere erste Wahl.“
Als Coach schaffte es Winterstein bisher bis in die Landesliga. Jetzt will der B-Lizenzinhaber in der Oberliga angreifen. Es war jedoch nicht allein der sportliche Reiz, sondern auch die Atmosphäre in der Diepholzer Mühlenkamphalle, die ihn vom Wiedereinstieg ins Trainergeschäft überzeugten. „Das ist schon eine ganz besondere Halle, wenn 200, 300 Zuschauer kommen“, sagt Winterstein. Dort stellt er sich im Dienstagstraining der Mannschaft vor.
Co-Trainer Bernd Öhlmann kennt Winterstein schon länger. Auch deshalb will er mit ihm in der kommenden Saison zusammenarbeiten – ebenso wie mit Torwart-Trainerin Svenja Gatzemeier. „Beide haben eine gute Verbindung zur Mannschaft und kennen das Team bestens“, sagt Winterstein. Ihm selbst ist der Großteil der Löwinnen vor allem als Zuschauer bekannt.
Zur Zukunft einzelner Spielerinnen, wie Kapitänin Jessica Michel und Tormaschine Karla Witte, die zuletzt Probetrainings bei Drittligist SFN Vechta absolviert hatten, möchte er sich deshalb vorerst nicht äußern: „Ich will das Team erst einmal kennenlernen. Dann wird es in nächster Zeit sicher Gespräche geben.“
Auch deshalb verzichtet Winterstein darauf, schon jetzt ein Saisonziel auszugeben: „Dafür ist es noch viel zu früh.“ Einen konkreten Plan, wie er spielen lassen will, hat er dagegen schon im Kopf: „Mir ist wichtig, dass wir modernen Tempohandball spielen. Unser Spiel wird in jedem Fall an Geschwindigkeit zunehmen.“






