Auf Stanko Petrovics Paraden – wie zuletzt in Neerstedt – hofft sein Trainer Marko Pernar auch am Freitag im Löwen-Heimspiel gegen Horneburg. © Cord Krüger

 Von: Cord Krüger

Nach sieben sieglosen Partien steht die HSG Hunte-Aue Löwen in der Oberliga unter Druck. Am Freitagabend trifft der abstiegsbedrohte Club ab 20.30 Uhr in der Diepholzer Mühlenkamphalle auf den starken Aufsteiger VfL Horneburg.

Diepholz – Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als die HSG Hunte-Aue Löwen reihenweise Bestwerte produzierte. Die Torfabrik stellte mit 373 Treffern den gefährlichsten Angriff der Oberliga, stürmte vor der Rekordkulisse von 800 Zuschauern durch ein 32:26 über die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg an die Tabellenspitze, einige Fans träumten schon von der Rückkehr in die Regionalliga. Doch jetzt, zwölf Monate später, steht der größte Handballclub im Kreis zehn Plätze tiefer – punktgleich mit dem ersten Nichtabstiegsplatz.

„Ich mache mir jetzt zwar keine großen Sorgen, aber langsam wird es gefährlich“, räumt HSG-Spielertrainer Marko Pernar ein. Höchste Zeit also, die Negativserie von sieben sieglosen Spielen zu stoppen – und zwar am Freitagabend ab 20.30 Uhr in der Diepholzer Mühlenkamphalle gegen den VfL Horneburg.

Pernar will Heimvorteil der HSG Hunte-Aue Löwen nutzen

„Wir spielen in diesem Jahr noch zweimal zu Hause – das sind unsere Chancen zu punkten“, denkt Pernar. Zwar hütet er sich davor, den Aufsteiger zu unterschätzen, „aber vielleicht ist es ein Vorteil, dass die Horneburger unsere Halle noch nicht so kennen.“

Das ist sogar höchstwahrscheinlich, denn als der VfL zu den letzten gemeinsamen Oberliga-Zeiten vor rund 20 Jahren in Diepholz auflief, waren einige seiner heutigen Stützen noch nicht mal geboren. Joshua Schleßelmann (bisher 43 Saisontore), Morten Marienfeld (36 Treffer) und Lasse Holtreter (32) kommen aus der eigenen Zweitliga-A-Jugend und beweisen eindrucksvoll, wohin eine gute Jugendarbeit führen kann. Mit diesem Konzept hat der Club aus dem Kreis Stade zuletzt zwei Aufstiege hintereinander geschafft und steht nach diesem Durchmarsch aus der Landesliga jetzt auf Platz vier. „Ich habe mir Horneburgs letzte drei Spiele angesehen“, warnt Pernar: „Die sind alle schnell unterwegs und haben viele torgefährliche Leute.“

Torhüter Kowalski fraglich

Die besten HSG-Shooter hingegen plagen sich mit Beschwerden herum: Kamil Chylinski schmerzt die Schulter, Edo Mehinagic hat Probleme mit dem Ellbogen des Wurfarms. Und ganz hinten dürfte erneut einer fehlen, der in der Vorsaison erheblich zur erfolgreichen Löwen-Hinserie beigetragen hatte: Torhüter Peter Kowalskis Anreisen aus seinem Studienort Aachen gestalten sich freitags als „schwierig“, räumt Pernar ein.

Doch auch ohne den Keeper war Pernars Crew zuletzt beim Tabellenvierten in Neerstedt nah an einem Erfolgserlebnis: Kollege Stanko Petrovic parierte 40 Prozent der Bälle. „Wenn er wieder so aufzieht, wäre das gut“, weiß sein Coach. Und wenn der Schlussmann nicht gebraucht wird, erwägt er, im Angriff einige Male in Überzahl, also mit einem siebten Feldspieler, zu operieren. „Dafür müssen die Jungs aber Disziplin haben und nicht ohne Konzept werfen“, fordert Pernar. Gleichzeitig wünscht er sich eine ähnliche Leidenschaft wie in Neerstedt: „Da war die Stimmung schon besser.“