Neunmal erfolgreich: Löwen-Rückraumshooter Edo Mehinagic präsentierte sich gegen Delmenhorst in guter Form, am Ende stand dennoch eine Niederlage gegen Delmenhorst. © Krüger

Von: Fabian Terwey

Die Löwen führten 57 Sekunden vor Schluss noch mit 29:28. Dann drehte Delmenhorst das Spiel. Nun sind die Abstiegssorgen riesig.

Diepholz – Am Tag nach der bitteren Heimpleite flog Marko Pernar erst einmal in seine serbische Heimat. Der Zehn-Tages-Trip mit seiner Frau Jovana zu seinen Eltern in die Nähe von Novi Sad eignet sich für den Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen ideal, um auf andere Gedanken zu kommen. Bitter nötig nach dem 29:30 (12:18) gegen die HSG Delmenhorst am Freitag.

Frustriert: Trainer Marko Pernar musste mit seinen Löwen eine ärgerliche Niederlage hinnehmen. © Krüger

„Es ist immer schön, Zeit mit meiner Familie zu verbringen“, erklärte Pernar. Verdaut hatte der Chefcoach den Rückschlag im Rennen um die Rettung aber auch am Sonntag noch nicht. „Die Abstiegssorgen sind definitiv da, und wir sind uns der Situation bewusst. Uns fehlen aktuell dringend die Punkte“, sagte Pernar.

HSG Hunte-Aue Löwen – HSG Delmenhorst 29:30 (12:18)

Löwen: Petrovic, Kowalski, Leiba – Beljic, Kukucka (2), Pishchukhin (1), Damm (2), Stankovic (3), Geweiler (6), Chylinski (3), Powelkin (1), Mehinagic (9), Abram (2), Kambachev.

Lediglich zwei Zähler beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, auf dem aktuell der TuS Haren rangiert. Fünf Spiele stehen nach der rund dreiwöchigen Osterpause noch aus. Angesichts der brenzligen Lage bereitet sich Pernar „schon jetzt intensiv“ auf das nächste Spiel beim Wilhemshavener HV II (Samstag, 11. April, 14.30 Uhr) vor. Grund: „Dort müssen wir unbedingt ein anderes Gesicht zeigen.“

Das hatte dem Coach am Freitag nur teilweise und in der Schlussphase dann so gar nicht gefallen. „Letztlich haben uns mangelnde Konzentration und ein zu großer Siegeswille mindestens einen Punkt gekostet“, ärgerte sich der 33-Jährige über die „überhasteten Aktionen“ zu Spielende.

57 Sekunden vor der Schlusssirene hatten die abstiegsbedrohten Löwen noch mit 29:28 geführt. Doch nachdem HSG-Keeper Stanko Petrovic die Gastgeber mit einem gehaltenen Siebenmeter zunächst vor dem Ausgleich bewahrt hatte, egalisierte Schütze Schail Ramin nach dem Abpraller doch und drehte das Match 14 Sekunden vor Schluss auf 30:29. Der Löwen-Schreck hatte auch schon den wichtigen 28:29-Anschlusstreffer für die Delmenhorster erzielt.

„Bei den letzten drei Angriffen ist es uns nicht gelungen, unser Tor zu verteidigen“, erklärte Pernar nach dem bereits siebten Sieglos-Spiel in Serie. Die XXL-Aufholjagd nach dem satten Sechs-Tore-Rückstand zur Pause, bei der insbesondere der neunfache Torschütze Edo Mehinagic mit Treffern aus dem Rückraum glänzte, war damit für die Löwen umsonst.