
Nur gut, dass Kamil Chylinski (r.) nicht auf seinen Bruder Mateusz gehört hat! Der Löwinnen-Trainer hatte dem Rückraumshooter nämlich nach dessen langer Verletzungszeit vom Comeback bei den Löwen abgeraten. © Terwey
Von: Malte Rehnert
Der Heimspiel-Doppelpack der HSG Hunte-Aue Löwen war ein echtes Highlight für die Brüder Chylinski. Mateusz coachte die Frauen, Kamil spielte in der Oberliga – und beide feierten Siege.
Diepholz – Dieser Heimspiel-Doppelpack am Samstag in Diepholz war schon etwas Außergewöhnliches für die HSG Hunte-Aue Löwen – und ganz besonders für ein Brüderpaar. Mateusz Chylinski (35) saß erst als Coach der Regionalliga-Handballerinnen gegen Hannover-Badenstedt II auf der Bank. Und anschließend feuerte er seinen Bruder Kamil (32) in dessen Oberliga-Match der Löwen gegen die TSG Hatten-Sandkrug an. „Wenn es zeitlich passt, gucke ich mir gerne die Männer-Spiele an, leider ist das nicht so oft der Fall“, sagt Mateusz Chylinski. Grund zur Freude hatten am Ende beide, denn es gab zwei Heimsiege.
Dass Chylinski seinen jüngeren Bruder überhaupt noch auf der „Platte“ erleben kann, ist alles andere als selbstverständlich. Erst seit dieser Saison ist Kamil Chylinski wieder am Ball – nach vierjähriger Pause wegen unterschiedlicher Verletzungen. „Ich freue mich natürlich riesig für ihn, wenn er spielt und seine Tore macht“, sagt Bruder Mateusz – er gibt aber auch zu: „Ich habe ihm vom Comeback abgeraten, weil ich ein bisschen Angst um ihn habe, dass er sich wieder verletzt.“
Inzwischen hat er sich allerdings damit abgefunden, dass sein Bruder nicht auf ihn hörte – und er kann sich sogar den Chylinski-Doppelpack sehr gut vorstellen. „Vielleicht spielen wir am Ende der Saison noch ein paar Minuten zusammen. Das wäre ein echtes Highlight“, sagt Mateusz Chylinski und fügt mit einem Schmunzeln an: „Dafür würde ich mich auch ein paar Wochen vorbereiten – und dann gucken, ob es reicht.“ Zwar halte er sich fit, aber eben nicht handballspezifisch.
Erstherren-Coach Marko Pernar hätte gegen diese sportliche Familienzusammenführung nichts einzuwenden – vorausgesetzt, die Löwen befreien sich im Laufe der Rückrunde und schweben dann nicht mehr in Abstiegsgefahr. „Eine gute Idee“, lacht Pernar: „Und wenn ihnen das wichtig ist, kann ich nicht Nein sagen.“ Mateusz Chylinski sei jederzeit willkommen: „Er kann dann sehr gerne bei uns mittrainieren.“






