
Musste 60 Minuten durchspielen und zeigte dabei vor allem im Angriff bei sechs Toren sehr gute Ansätze: Löwen-Neuzugang Ilian Geweiler (am Ball). © Töbelmann
Die Löwen kassierten bei der SG Bremen-Ost eine heftige 22:35-Niederlage. Doch Neuzugang Ilian Geweiler zeigte bei seinem Debüt gleich sein großes Potenzial im Team von Marko Pernar, mit dem der Handball-Oberligist jetzt verlängerte. Alle Hintergründe.
Von: Gerd Töbelmann
Bremen – Lieber einmal richtig auf die Nase bekommen als etliche Male nur knapp verlieren. Das werden sich die Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen am Samstagabend gedacht haben, nachdem sie beim Tabellenzweiten SG Bremen-Ost deutlich mit 22:35 (11:15) unterlagen. Dennoch positiv: Neuzugang Ilian Geweiler war mit sechs Toren bester HSG-Werfer und zeigte besonders im Angriff, wie wertvoll er noch werden kann.
SG Bremen-Ost – HSG Hunte-Aue Löwen 35:22 (15:11)
Löwen: Petrovic, Leiba – Beljic, Kukucka (2), Geweiler (6), Pishchukhin, Lutz (1), Damm, Stankovic (4), Abram (5/3), Powelkin, Mehinagic (4).
Vor dem Match hatte HSG-Trainer Heiner Thiemann eher beiläufig erwähnt: „Wir haben heute einen neuen Spieler, der auch gleich beginnen wird.“ Der 19-jährige Geweiler wohnt in Sulingen und spielte schon einmal bei den Löwen – bis zur D-Jugend. Später zog es ihn unter anderem zum A-Junioren-Bundesligisten 1. VfL Potsdam und zuletzt zum Männer-Drittligisten TuS Spenge.
„Dort bekam er jedoch bis Dezember nicht so viele Spielanteile und hat seinen Vertrag aufgelöst. Danach hat er bei uns mittrainiert und ist heute nach seiner zweimonatigen Sperre für uns spielberechtigt“, freute sich Thiemann über eine gute Alternative auf der Mittelposition – gerade im Hinblick darauf, dass Marek Damm die HSG am Saisonende in Richtung Neerstedt verlassen wird. Auch Trainer Marko Pernar ist froh, dass er den 19-Jährigen nun hat: „Ich sehe ihn als Mittelmann. Heute musste er aber vornehmlich auf Halbrechts spielen, weil Kamil Chylinski verletzt war.“
Und Geweiler wurde keineswegs behutsam an die Sache herangeführt, sondern spielte 60 Minuten lang durch. Pernars knappes Statement: „Er ist noch jung. Der kann das.“ Geweiler selbst wirkte unmittelbar nach dem Match körperlich auch nicht am Ende: „Das geht schon. Ich musste heute auf Halbrechts spielen, aber eigentlich ist Mittelmann meine Lieblingsposition.“ Geweiler zeigte bei seinen sechs Toren seine Schnelligkeit und vor allem seine vielen Wurfvarianten.
Daran konnten seine Mitspieler nicht anknüpfen. Im Löwen-Spiel taten sich zu viele Großbaustellen auf, um dem starken Aufsteiger Paroli bieten zu können. „In der ersten Halbzeit ging es ja noch, aber nach der Pause waren wir chancenlos, weil wir zu viele Fehler gemacht haben“, urteilte Pernar.
Nach 30 Minuten war beim 11:15 noch viel möglich, aber ohne Chylinski fehlte den Löwen im Angriff oft der Überraschungsmoment. Die HSG leistete sich zu viele Fehlwürfe, war im Rückzugsverhalten oft viel zu pomadig und erlaubte dem Verbandsliga-Meister (nur vier Minuspunkte!) im Gegenstoß viele leichte Tore. Hinzu kam, dass vor allem Stanko Petrovic kaum einen Ball zu fassen bekam. Pernar war das natürlich nicht entgangen: „Stanko hat sicherlich schon bessere Spiele für uns gemacht …“
Über 19:13 (38.) und 25:18 (48.) steuerten die Bremer so bis zum Endstand von 35:22 einem recht leichten Sieg entgegen. Für die Löwen geht damit nach zuletzt 8:2 Punkten aus fünf Spielen ohne Niederlage keine Welt unter. Pernar richtete auch schon den Blick nach vorn: „Nächsten Samstag im Nachholspiel beim Tabellenletzten Schiffdorf ist es wichtiger für uns.“ Dann sollte auch Chylinski, mit 113 Treffern der beste HSG-Torschütze, wieder an Bord sein.
Pernar bleibt, Beljic geht
Für die Beteiligten war es schon länger klar, aber am Samstag konnte nun Vollzug gemeldet werden. Marko Pernar wird die Löwen als Trainer auch in der kommenden Saison anführen. Dagegen wird Rückraumspieler Stefan Beljic (36) die HSG nach zehn Jahren verlassen.






