
Bemängelt die schwache erste Halbzeit seines Teams: Löwen-Kapitän Patryk Abram, hier beim Wurf. © Göbel
Von: Hannes Göbel
32:32 gegen dünn besetzte Auricher: Leistungssteigerung nach der Pause reicht den Oberliga-Handballern der HSG Hunte-Aue Löwen nicht.
Diepholz – Marek Damm zog mit Tempo zum Tor, wurde an der Sechs-Meter-Linie von zwei Gegnern des OHV Aurich II links und rechts in die Mangel genommen, knapp 250 Zuschauer in der Diepholzer Mühlenkamphalle schrien auf, die gesamte Bank der HSG Hunte-Aue Löwen forderte Siebenmeter – doch der Pfiff blieb aus und die Zeit lief ab. Die Hausherren ließen ihre Köpfe hängen, im zuvor noch lautstark mitfiebernden Publikum wurde es plötzlich still. Nur die Akteure des Oberliga-Elften jubelten nach dem Handball-Krimi über das 32:32 (15:17).
„Erste Halbzeit komplett verschlafen“
„Ich musste erstmal kurz in die Kabine und runterkommen“, erzählte Damm, der nach dem Ertönen der Schluss-Sirene am Freitagabend sichtlich angefressen von der Platte stapfte und später meinte: „Also ich hätte mir den Siebenmeter gegeben.“ Das Resultat wollte der 21-Jährige gleichzeitig aber nicht an den Schiedsrichtern festmachen. „Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen, hinten keinen Zugriff gekriegt und vorne viel zu langsam gespielt“, kritisierte der Mittelmann. Das betonte auch Patryk Abram: „Wenn wir die schlechte erste Halbzeit vermeiden, dann könnte es zum Schluss anders aussehen“, bedauerte der Kapitän, der vor der Pause nach einem attraktiven Kempa-Trick nur die Latte getroffen hatte. „Das war leider ein bisschen unglücklich.“

Erzielte zwar sechs Tore, scheiterte aber auch oftmals am gegnerischen Keeper: Rückraum-Riese Edo Mehinagic. © Göbel
Löwen-Coach Marko Pernar musste sich nach der heißen Schlussphase ebenfalls sammeln, analysierte dann aber sachlich: „Ein Punkt ist besser als keiner, aber wir haben schon mit zwei Punkten gerechnet.“ Vielleicht habe seine Mannschaft den Gegner aufgrund der Kadergröße etwas unterschätzt. Die Drittliga-Reserve war mit nur sieben Feldspielern angereist.
Gute Torhüter, starker Marek Damm
Getragen wurden die Gäste insbesondere von Rückraum-Shooter Wilke De Buhr mit neun Treffern und Torhüter Edgars Kukas, der einige Löwen-Versuche entschärfte. Auch Gegenüber Stanko Petrovic im HSG-Tor bewies in der zweiten Halbzeit seine Klasse und zeigte sich trotz des unglücklichen Spielverlaufs anschließend optimistisch: „Wir haben dieses Jahr kein Spiel verloren. Wir trainieren gut und müssen weiter arbeiten.“ Trotz seiner zwei Keeper-Kollegen Peter Kowalski und Maksym Leiba auf der Bank blieb Petrovic bis auf einen Strafwurf über die komplette Spielzeit im Kasten.
„Ich habe Bälle gehalten und wollte für uns da sein“, sagte Petrovic, der besonders mit De Buhr‘s Abschlüssen zu kämpfen hatte. „Er ist ein sehr guter Spieler und hat viel Erfahrung. Wenn du denkst, er wirft links, dann wirft er rechts.“
Dass die Ungeschlagen-Serie von nun fünf Spielen anhält, ist vor allem Damm zu verdanken. Vor dem Spiel hatte er gesagt: „Fünf Tore wären cool“, später traf er sogar achtmal ins Netz und war damit bester Löwen-Schütze. „Es lief gut heute“, sagte er nach der Begegnung und schmunzelte.
Weil die Löwen trotz viel Tempo zu wenig Ertrag erzielten und eine Drei-Tore-Führung nach 52 Minuten wieder aus der Hand gaben, ist es ein „verlorener Punkt“, fand Pernar.
Erst Bremen und Schiffdorf auswärts, dann gegen Bremervörde
Am kommenden Wochenende sind die Oberliga-Handballer dann bei der SG Bremen-Ost (Samstag, 18.30 Uhr) gefordert. Die Hansestädter belegen aktuell den zweiten Platz hinter dem VfL Horneburg. Eine Woche später, am Samstag, 28. Februar, folgt das wichtige Duell beim Schlusslicht TV Schiffdorf, ehe am Freitag, 6. März, um 20 Uhr das nächste Heimspiel gegen den TSV Bremervörde auf dem Programm steht.






