
Immer wieder nicht zu stoppen: Patryk Abram tankt sich durch die Neerstedter Abwehr – elf Tore reichten dennoch nicht zum Punktgewinn. © Tamino Büttner
Von: Julian Diekmann
Der Handball-Oberligist HSG Hunte-Aue Löwen liefert beim TV Neerstedt seine bislang beste Auswärtsleistung ab, muss sich aber knapp mit 33:35 geschlagen geben. Trotz einer starken zweiten Halbzeit und großen Einsatzbereitschaft reicht es nicht für den Ausgleich. Trainer Marko Pernar lobt dennoch den kämpferischen Einsatz seiner Mannschaft.
Neerstedt – Die Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen standen am Samstagabend nur wenige Zentimeter vor einem Punktgewinn. Doch am Ende fehlte das letzte Quäntchen Glück, Präzision und Kaltschnäuzigkeit. Mit 33:35 (15:19) unterlagen die Löwen beim TV Neerstedt, zeigten dabei jedoch ihre bislang reifste Auswärtsleistung der Saison.
Spannender Auftakt mit intensiven Duellen
Von Beginn an entwickelte sich in der gut gefüllten Neerstedter Sporthalle ein intensives Duell auf Augenhöhe. Beide Teams agierten mit hohem Tempo, suchten konsequent den Weg zum Tor und schenkten sich keinen Zentimeter. Früh wurde deutlich, dass die Löwen den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen bestätigen wollten. Marek Damm, Kamil Chylinski und Nikola Stankovic sorgten immer wieder für den Ausgleich, ehe Patryk Abram die Gäste in der achten Minute erstmals in Führung brachte (6:5).
Neerstedt nutzt Löwen-Fehler konsequent
Doch die Hausherren fanden schnell die passenden Antworten. Angeführt von Florian Schrader und Maximilian Tapken nutzte Neerstedt kleine Unsicherheiten im Spiel der Löwen konsequent aus. „Bis zur 21. Minute war das absolut ausgeglichen, danach haben wir uns mit unnötigen Ballverlusten und falschen Wurfentscheidungen selbst bestraft“, analysierte HSG-Trainer Marko Pernar die entscheidende Phase vor der Pause. Neerstedt setzte sich in diesen Minuten auf 19:14 ab, ehe Stankovic kurz vor der Sirene noch einmal verkürzte. Mit einem 15:19-Rückstand gingen die Löwen in die Kabine.
Starke zweite Halbzeit der Löwen
Was die Gäste nach dem Seitenwechsel zeigten, war trotz der Niederlage ein deutliches Ausrufezeichen. Mit aggressiverer Abwehrarbeit, mehr Tempo im Umschaltspiel und einem nun präsenteren Rückhalt im Tor kämpfte sich die HSG Stück für Stück zurück. Abram, der mit elf Treffern erneut bester Werfer seines Teams war, übernahm Verantwortung. Samuel Kukucka und Lars Powelkin setzten wichtige Akzente, während Chylinski seine Siebenmeter eiskalt verwandelte.
Chancen zum Ausgleich bleiben ungenutzt
Immer wieder fehlte nur noch ein Treffer zum Ausgleich. Die Halle hielt den Atem an, als Marek Damm frei vor dem Neerstedter Keeper auftauchte – doch diesmal hatte der Torhüter die Hand am Ball. „Die Chance zum Ausgleich lag in der Luft“, sagte Pernar später. „Kurz danach vergibt auch Patryk dann einen Konter.“ Neerstedt nutzte diese Phase gnadenlos, setzte sich erneut leicht ab – und verteidigte den knappen Vorsprung mit viel Routine.
Bitteres Ende trotz starker Leistung
Selbst als Stankovic in der 58. Minute noch einmal auf 32:33 verkürzte, witterten die Löwen ihre letzte Möglichkeit. Doch erneut fehlte der letzte Zugriff, während Tapken und Bruning auf der Gegenseite die entscheidenden Treffer setzten. Zwar traf Abram mit der Schlusssirene noch zum 33:35-Endstand, doch da war der „Deckel“ bereits drauf.
Trainer lobt Einsatz und Entwicklung
So blieb den Löwen trotz einer starken zweiten Halbzeit die bittere Erkenntnis, sich für einen großen Aufwand nicht belohnt zu haben. „Meine Mannschaft hat eine enorme kämpferische Leistung und großen Siegeswillen gezeigt“, lobte Pernar. „Im Vergleich zum letzten Spiel war das Tempospiel deutlich besser. Ich bin trotz der Niederlage sehr stolz.“ Besonders hob der Trainer die Leistungen von Abram, Damm, Chylinski, Powelkin und Kukucka hervor. Edo Mehinagic konnte angeschlagen nur sporadisch eingesetzt werden.






