
Sieben auf einen Streich: Edo Mehinagic (beim Wurf) war bester Löwen-Schütze. © Krüger
Von: Cord Krüger
Ihre teils komfortablen Führungen brachten die Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen nicht ins Ziel. In einem hochdramatischen Fnish unterlagen sie noch bei Aufsteiger TV Dinklage mit 36:37. Ein Sonderlob bekam Youngster Joshua Planitz.
Dinklage – Elf Sekunden vor Schluss nahm Marko Pernar eine Auszeit, um wenigstens noch einen Punkt vom TV Dinklage zu entführen. Der Coach der HSG Hunte-Aue Löwen, am Samstag nach längerer Zeit mal wieder Spielertrainer, beorderte Keeper Peter Kowalski aus dem Kasten, um nach den zweimal zwei Minuten (samt Roter Karte) gegen Yury Pishchukhin den letzten Angriff trotzdem mit sechs Feldspielern bestreiten zu können. Doch den finalen Wurf, nicht ganz einfach zwischen der Rechtsaußenposition und dem rechten Rückraum, „habe ich verballert“, ärgerte sich Pernar. So kehrten er und seine Oberliga-Handballer mit einer 36:37 (19:16)-Niederlage vom Tabellenvierten zurück.
Trotz Niederlage: Pernar lobt Kreativität und Tempo
„Das war sehr unglücklich“, bilanzierte Pernar, der drei Treffer beisteuerte: „Denn eigentlich waren wir das ganze Spiel über viel besser, kreativer, variabler und mit mehr Tempo unterwegs.“ Doch die doppelte Zeitstrafe gegen Pishchukhin (56.) verschaffte dem Aufsteiger die entscheidenden Räume. Der 34-Jährige hatte in der Abwehr seinen Gegenspieler laut Pernar „nur leicht berührt“, dafür zwei Minuten kassiert und sich dann beim Schiedsrichter nach dem Grund erkundigt. Dies offenbar zu energisch, sodass er direkt danach seine dritte Zeitstrafe erhielt und von der Platte musste. Der frühere HSG-Akteur Hendrik Jahn glich für Dinklage zum 35:35 aus (57.), der erneut sehr torgefährliche Ilian Geweiler besorgte mit seinem fünften Treffer das 36:35 (59.), doch Max Heimann (59.) und Max Reinke (60.) brachten den Heimsieg vor der frenetisch anfeuernden Kulisse von mehr als 200 Fans unter Dach und Fach.
Stenogramm
TV Dinklage – HSG Hunte-Aue Löwen 37:36 (16:19) – Löwen: Kowalski – Beljic, Kukucka (4), Planitz (4), Damm (4), Geweiler (5), Pernar (3), Chylinski (6/4), Mehinagic (7), Stankovic (2), Lutz (1). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Pishchukhin (56./dritte Zeitstrafe).
„Trotzdem waren wir alle hinterher zufrieden mit unserer Leistung“, schilderte Mittelmann Pernar: „Wären wir immer so aufgetreten, würden wir jetzt nicht da unten stehen.“
Sieben Tore: Mehinagic bester HSG-Werfer
Sein Tabellenzehnter kam gut rein in dieses Derby: Nach Treffern von Marek Damm (1.) und Samuel Kukucka (3.) lag die HSG mit 2:0 vorn. Danach stand die ausgeglichene Partie bis zur zehnten Minute sechsmal unentschieden, ehe sich die Gäste mit Pernars erstem Treffer (12.) auf 9:7 absetzten. „Wir haben das Spiel gut eröffnet und einfache Fehler vermieden“, fasste der HSG-Coach zusammen. Edo Mehinagic, mit sieben Toren gefährlichster HSG-Werfer, erhöhte auf 12:9 (16.) und der mit vier Treffern überzeugende Joshua Planitz auf 17:14 (25.). „Joshi ist ohne Fehlversuch geblieben“, lobte sein Spielertrainer den Youngster, der für den erkrankten Patryk Abram und den privat verhinderten Lars Powelkin als Linksaußen ran musste.
Planitz überzeugt als Linksaußen
Nach der Pause arbeitete sich Dinklage auf 24:22 (40.) zurück – meist durch Einschläge über die erste Welle und schnelle Mitte. Kukucka, Geweiler, Planitz und Mehinagic wendeten das Blatt zum 26:24 (45.). Beim 30:27 durch Planitz (50.) befanden sich die Löwen bereits auf der Siegerstraße – doch es kam anders.






