
Nur schwer zu stoppen – allerdings hier dann doch von Oytens Robin Hencken (r.): Kamil Chylinski (am Ball) traf siebenmal für die Löwen. In der Schlussphase musste der HSG-Top-Shooter allerdings angeschlagen runter. © Hägermann
Von: Cord Krüger
Taktisch diszipliniert und in der Deckung kompromisslos: Handball-Oberligist HSG Hunte-Aue Löwen hat beim starken Tabellendritten dank harter Arbeit gewonnen. Bester HSG-Werfer war Kamil Chylinski mit sieben Toren, doch der Shooter musste am Ende angeschlagen runter.
Oyten – Die Begeisterung sprudelte förmlich aus Marko Pernar heraus: „Ich bin richtig stolz auf die Jungs. Ich könnte jetzt den einen oder anderen hervorheben, aber es war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, adelte der Trainer der HSG Hunte-Aue Löwen seine Oberliga-Handballer nach dem 30:28 (15:16)-Sieg am Sonntagnachmittag beim Tabellendritten TV Oyten: „Es war ein sehr körperbetontes Spiel mit vielen Fouls, aber es hat Spaß gemacht.“ Zudem lobte er den Gegner: „Oyten war sehr gut. Erst in den letzten fünf Minuten hat man ihnen angemerkt, dass sie 20 Stunden vorher schon gespielt hatten“, erinnerte er an den 31:27-Erfolg des TVO am Samstagabend gegen Neerstedt.
Zu Beginn schien es jedoch so, als ob die Gastgeber tags zuvor zu viele Körner gelassen hatten. Patryk Abram und Nikola Stankovic legten eine 2:0-Führung vor, die Samuel Kukucka und Marek Damm auf 4:1 (5.) ausbauten. Dieser Vorsprung war beim 5:4 (10.) allerdings dahin, beim 7:7 stand es erstmals unentschieden – und nach einer Viertelstunde traf Robin Hencken vom Siebenmeterstrich zur ersten Oytener Führung (9:8). Bis zur Pause führten nun meist die Hausherren. Acht Sekunden vor der Halbzeitsirene parierte HSG-Keeper Stanko Petrovic einen Siebenmeter von Malte Emigholz, verhinderte so einen Zwei-Tore-Rückstand und pushte sich selbst für eine überragende zweite Halbzeit.
Oberliga Männer
TV Oyten – HSG Hunte-Aue Löwen 28:30 (16:15) – Löwen: Stankovic, Leiba – Beljic, Tabeling (2), Kukucka (1), Pishchukhin, Planitz, Damm (3), Stankovic (3), Chylinski (7/1)), Powelkin (2), Mehinagic (6), Abram (2), Kambachev, Lutz (4).
Denn auch dank Petrovics 40-Prozent-Quote an gehaltenen Bällen drehten die Gäste das Spiel. „Stanko hat an die starke Abwehrleistung angeknüpft“, lobte Pernar die Defensivarbeit. Ob mit Edo Mehinagic und Patryk Abram oder Nikola Stankovic und Tristan Tabeling im Mittelblock: Hinten packten seine Männer kompromisslos zu, allein im zweiten Durchgang zählte der Coach 28 Fouls seiner Löwen: „Ich glaube, so viele hatten wir noch nie.“ Marek Damm markierte das 18:17 (36.), Kamil Chylinski sorgte für einen Zwei-Tore-Abstand (21:19/42.). Zwar glich der TV zwischendurch noch viermal aus, aber Kevin Lutz mit dem 29:28 (56.) und Damm mit dem 30:28 (58.) machten den Sack zu. In dieser Phase konnte der mit sieben Treffern beste HSG-Werfer Kamil Chylinski allerdings nicht mehr mitmischen, weil er fünf Minuten vor Schluss mit Leistenproblemen runter musste. Doch Stankovic vertrat ihn gut auf seiner ungewohnten Position im rechten Rückraum. Zudem ordnete Pernar zwei Angriffe mit dem siebten Feldspieler und die Manndeckung gegen Rechtsaußen Sebastian Heller an. Damm und Mehinagic isolierten den Neuzugang effizient. „Die gesamte Taktik haben die Jungs richtig gut umgesetzt“, unterstrich der Übungsleiter.






