
Ob als Rechtsaußen oder zweiter Kreisläufer: Kevin Lutz überzeugt bei den Löwen mit Effizienz und Einsatz. Jetzt warnt der 22-Jährige vor den abstiegsbedrohten Harenern. © Krüger
Von: Malte Rehnert
Kevin Lutz überzeugte bei den Löwen zuletzt auf ganzer Linie. Was den Oberliga-Handballer derzeit so stark macht, womit ihn die Teamkollegen nach dem Oyten-Spiel aufzogen und was Trainer Marko Pernar am Linkshänder besonders beeindruckt.
Barnstorf – Mit geballter „Ladung“ reisen die Männer der HSG Hunte-Aue Löwen am Samstag ins Emsland – nämlich mit gleich zwei Mannschaften samt Anhang. Denn zunächst treten die Landesliga-Handballer der HSG-Zweiten ab 16.00 Uhr beim TuS Haren II an, ehe ab 18.30 Uhr an selber Stelle die beiden Erstvertretungen um Oberliga-Punkte kämpfen.
„Wir fahren zusammen mit dem Bus. Das wird schön“, sagt HSG-Trainer Marko Pernar: „Erst wollen wir die Zweite unterstützen, dann die Zweite hoffentlich auch uns.“ Und zwar nicht nur von der Tribüne aus, sondern auch auf der Platte. So könnten die 18-jährigen Alisman Kambachev und Joshua Planitz aus dem Oberliga-Kader vorher zu längeren Einsatzzeiten kommen.
Einer, der jahrelang für Erste und Zweite parallel ackerte, heißt Kevin Lutz – doch der hat seit dieser Saison die für derartige Doppeleinsätze festgeschriebene Altersgrenze überschritten. So steht der 22-Jährige nun ausschließlich Pernar zur Verfügung – und der schwärmt über dessen Entwicklung: „Kevin nimmt eine wichtige Rolle bei uns ein. Und er hat jetzt viel Selbstvertrauen, wie das Spiel in Oyten gezeigt hat“, erinnert sein Coach an das 30:28 vom Sonntag: „Fünf Würfe, vier Tore, davon zwei per Heber. Das war eine richtig gute Leistung. Wenn er so trifft, sind wir alle im Team glücklich und stolz.“
Lutz muss lachen. „Ja, die Jungs haben ein paar Späße gemacht, weil meine Heber reingegangen sind. Dabei hatte ich mir vorgenommen, keine zu versuchen – bei dem zwei Meter großen Keeper. Aber er kam gut raus.“
Szenen, die zeigen, dass sich der Volkswirtschaftsstudent jetzt mehr zutraut als noch vor ein paar Monaten. „Da habe ich echt nicht gut getroffen“, erinnert sich der gebürtige Diepholzer. Doch das intensivierte Wurftraining in den Einheiten zeigte Wirkung. „Allgemein ist unsere Quote jetzt besser. Und zu mir haben meine Mitspieler mehr Vertrauen.“
In Oyten gefiel Pernar zudem, wie gut der Linkshänder die stetigen Wechsel vom rechten Flügel an den Kreis umsetzte. „Mit dann zwei Kreisläufern können wir in der Mitte die Lücken schließen und erschweren dem Gegner eine klare Zuordnung“, erklärt der Übungsleiter. Lutz ergänzt: „Wenn wir von außen einlaufen, hält das die Abwehr weiter zurück. Dadurch ergeben sich Räume „für unsere starken Shooter aus dem Rückraum – Kamil Chylinski, Nikola Stankovic und Edo Mehinagic.“
Auch Linksaußen Patryk Abram rochierte am Sonntag regelmäßig an den Kreis. Bei einer dieser Aktionen im Zentrum fing sich der Routinier allerdings eine Blessur am Hals ein, die ihm zunächst keine Probleme bereitete. „Am Mittwoch ging es ihm schon wieder besser, aber er hat vorsichtshalber noch pausiert“, sagt Pernar über das einzige personelle Fragezeichen, „ansonsten sind alle dabei. Jeder ist fit, und das merkt man auch in den Einheiten: Mit 14 Mann können wir richtig gut arbeiten und viel mehr probieren.“
Das kann gegen die abstiegsbedrohten Harener nicht schaden. „Sie müssen um jeden Punkt kämpfen“, weiß Pernar über den Tabellenvorletzten. Besonders warnt er vor Rene Jaspers: Der frühere niederländische Jugendnationalspieler ist mit 124 Treffern Zweiter der Oberliga-Torjägerliste und laut Gäste-Coach „absoluter Leistungsträger“.
Zudem weiß er um die Gefahr, die von Filipe Tiago Azenha im linken Rückraum ausgeht. Daran erinnert sich auch Lutz noch ziemlich gut: „Die Nummer 22 hat uns im Hinspiel neun Tore eingeschenkt.“ Zwar gewannen die Löwen trotzdem mit 30:27, „aber nach einer komfortablen Führung ist es am Ende nochmal eng geworden. Das sollte uns diesmal nicht passieren“, mahnt Pernar.
Lutz hofft zudem auf die passende Antwort, falls die Harener „Kamil oder Edo aus dem Spiel nehmen“. Aber vielleicht trifft er selbst dann ja ähnlich effizient wie am Sonntag in Oyten.






