
Schnell und zweikampfstark: So beschreibt Marko Pernar seinen Neuzugang Ilian Geweiler (l.). Der Löwen-Trainer würde gern längerfristig mit ihm zusammenarbeiten. © Töbelmann
Von: Cord Krüger
Geweiler überzeugt trotz Auftaktpleite. Jetzt wartet das Schlusslicht. Trainer Pernar setzt auf seine starke Dynamik.
Diepholz – Am Tag nach der Niederlage ging es Ilian Geweiler „ganz gut“. Klar, der Neuzugang der HSG Hunte-Aue Löwen hatte sich für sein Oberliga-Debüt etwas anderes erhofft als die 22:35-Schlappe bei der SG Bremen-Ost. Doch seine vollen 60 Minuten auf der Handball-Platte hatte er schadlos überstanden. „Am nächsten Morgen hat der Körper zwar gewisse Signale gesendet, aber ich habe ja auch lange nicht mehr so viel auf einmal gespielt“, erklärt der 19-Jährige. Am Samstag ab 19 Uhr könnten weitere umfangreiche Einsatzzeiten auf den Rückraummann zukommen. Dann tritt der HSG-Rückkehrer, der bis zu seinem zwölften Lebensjahr hier das Handball-Einmaleins erlernt hatte, mit seinem neuen Team zum Nachholspiel bei Schlusslicht TV Schiffdorf an.
Chylinski und Damm wieder dabei
Den ersten Termin am 10. Januar hatte Wintersturm „Elli“ platzen lassen, weil der Landkreis Cuxhaven Schiffdorfs Halle wegen zu hoher Schneelast auf dem Dach sperrte. Jetzt „fahren wir mit fast komplettem Kader dorthin“, vermeldet Trainer Marko Pernar: „Kamil Chylinski und Marek Damm sind wieder fit.“
Damm, in der Vorwoche erkrankt, schaffte in Bremen nur die erste Halbzeit, danach musste der geschwächte Mittelmann die Pleite beim Tabellenzweiten tatenlos mit ansehen. Geweiler hielt das Ergebnis mit seinen sechs Toren noch im Rahmen. Er findet, „dass wir insgesamt gut gespielt haben – bis zur 40. Minute. Was danach passiert ist, kann ich mir nicht erklären.“
Pernar schon: Die ohne Damm gewählte Rückraum-Kombination aus Nikola Stankovic und Edo Mehinagic „konnte nicht so funktionieren, das wusste ich vorher“, verdeutlichte der HSG-Coach. Dafür überzeugte ihn Geweiler auf Anhieb, „obwohl ich ihn im rechten Rückraum bringen musste“. Eigentlich sieht der 33-Jährige den Rechtshänder in der Mitte – und dort könnte er am Samstag ähnlich wertvolle Dienste leisten wie bei seiner Premiere: „Manchmal spielen die Schiffdorfer auch eine 3:2:1-Deckung, und da ist Ilian der Richtige. Er bewegt sich schnell, geht gut in die Zweikämpfe und holt Zeitstrafen raus.“
Auch der Sulinger selbst zählt „Schnelligkeit und das Eins gegen eins“ zu seinen Stärken. „In der Spielführung habe ich aber noch Luft nach oben“, meint der Sohn von HSG-Athletikcoach Andreas Geweiler.
Pernar würde Geweiler-Verbleib begrüßen
Pernar sieht dies nicht so gravierend, im Gegenteil: „Man kann sehen, dass er sehr gut ausgebildet ist“, sagt er über den 1,80-Meter-Mann, der zum Jahreswechsel vom Drittligisten TuS Spenge kam. Bereut hat er den Schritt nicht: „Alle in der Mannschaft sind supernett, und ich freue mich, wieder mit meinem alten Kumpel Lars Powelkin zusammenzuspielen – wie damals bis zur D-Jugend.“ Bisher erkennt er noch keine großen Unterschiede zwischen Oberliga und 3. Liga. Ein bisschen umstellen muss sich der in Freistatt arbeitende Integrationshelfer aber schon: „Das Putzen der Halle nach dem Training ist für mich neu…“
In den Einheiten warnte Pernar seine Crew vor Regionalliga-Absteiger Schiffdorf, der aktuell wieder am Tabellenende steht, „dort meiner Meinung nach aber nicht hingehört: Schiffdorf hat im Angriff sehr bewegliche Leute, aber anscheinend in der Abwehr Probleme.“ Dort will Pernar ansetzen – im Fall einer gegnerischen 6:0-Abwehr mit den Rückraumshootern Chylinski, Mehinagic und Stankovic. Oder bei einer 3:2:1-Deckung mit Zweikämpfern wie Geweiler. „Ich würde mich freuen, wenn er über die Saison hinaus bleibt“, so Pernar. Der 19-Jährige schmunzelt, gesteht aber: „Ich habe zwar einen Plan, er ist aber noch nicht ganz fertig.“






