
Mit acht Toren erneut herausragend: Nikola Stankovic stemmte sich energisch gegen die HSG-Niederlage. © Terwey
Von: Julian Diekmann
Die sechste Sieglos-Partie in Folge sorgt für Enttäuschung bei Marko Pernar. Was den Trainer besonders ärgert.
Diepholz – Als die Uhr in der heimischen Mühlenkamp-Halle auf 59:27 Minuten sprang und Linus Otten vom Wilhelmshavener HV II zum 37:33 (18:16)-Endstand traf, war es endgültig: Die Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen mussten am Freitagabend die sechste sieglose Partie in Folge hinnehmen. Ein Ergebnis, das wehtut – und eine Leistung, die Trainer Marko Pernar sichtlich beschäftigte.
HSG Hunte-Aue Löwen – Wilhelmshavener HV II 33:37 (16:18)
Löwen: Petrovic, Leiba – Beljic, Kukucka (4), Damm (4/1), Stankovic (8), Pernar, Chylinski (5), Powelkin, Mehinagic (7), Kambachev (1), Lutz (4).
Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Die Löwen kamen vor gut gefüllten Rängen schwungvoll ins Spiel, suchten den direkten Weg zum Tor und fanden ihn zunächst auch.
Edo Mehinagic, am Ende mit sieben Treffern zweiterfolgreichster HSG-Schütze, setzte die ersten Duftmarken. Nikola Stankovic wuchtete den Ball viermal in den ersten 20 Minuten ins Netz und zeigte, wie wichtig seine Durchschlagskraft für die Löwen ist.
Doch die Gäste aus Wilhelmshaven, technisch stabil und mit einem breiten Rückraum besetzt, ließen sich davon wenig beeindrucken.
Beim Stand von 16:18 ging es in die Kabinen – ein Rückstand, der sich angesichts der Fehlerquote der Löwen fast noch schmeichelhaft anfühlte.
„Das Spiel war für uns eine große Enttäuschung“, sagte Pernar später. „Wir konnten unsere Leistung nicht auf das Parkett bringen. Es fehlten echte Teamaktionen – im Angriff wie in der Abwehr.“ Worte, die Gewicht hatten.
Nach dem Seitenwechsel schienen die Löwen ihr Herz wiederzufinden. Zwischen Minute 37 und 42 legten sie eine beeindruckende Serie hin: Marek Damm, Stankovic und Mehinagic drehten das Spiel, die Halle tobte, und plötzlich führten die Gastgeber 26:24.
Es war die stärkste Phase des gesamten Abends – getragen von Emotion, Willen und dem Glauben, das Ruder endgültig herumreißen zu können.
Doch exakt in diesem Moment kippte das Spiel erneut. Eine Zeitstrafe gegen Lars Powelkin (44.) brachte die Löwen aus dem Rhythmus. Kurz darauf musste auch Samuel Kukucka vom Feld.
Die Defensive verlor an Stabilität, im Angriff schlichen sich wieder Ungenauigkeiten ein. Wilhelmshavens Simon Meinke verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, Christian Theede und Otten trafen aus dem Rückraum – und die HSG ließ die Köpfe hängen.
„Es gab einige gute Momente, aber leider viel zu wenige“, analysierte Pernar. Besonders schwer wog die Abwesenheit des erkrankten Patryk Abram, dessen Präsenz schmerzlich vermisst wurde. „Seine Qualität ist schwer zu ersetzen“, betonte der Trainer. „Wir konnten das heute nicht kompensieren.“
Während die Gäste ihren verdienten Erfolg feierten, standen die Löwen mit gesenkten Köpfen im Mittelkreis. Es war kein Spiel, das an der Einstellung scheiterte – aber eines, das nachdrücklich zeigte, wie fragil das Selbstvertrauen derzeit ist.