Titelgewinn mit der Slowakei: Samuel Kukucka (unten) mit Jakub Stavač (h.v.l.) und Jakub Jánoš. Die Medaille und das Trikot vom Sieg bei der U20 EHF Championship hat der Löwen-Handballer als Erinnerung mit nach Barnstorf genommen. © Kukucka

Von: Fabian Terwey

EHF-Champion Samuel Kukucka wechselte im Sommer aus der Slowakei zu den Löwen. Wie sich der Handballer eingefunden hat, und was dem Neuzugang auf der Weihnachtsfeier blühen könnte.

Barnstorf – Samuel Kukucka biss auf die Goldmedaille und reckte die Schale in die Höhe. So posierte der Oberliga-Handballer der HSG Hunte-Aue Löwen für das Siegerfoto im Kosovo. Dort gewann der heute 21-Jährige im Sommer 2024 die U20 EHF Championship mit der Slowakei.

Aus seiner Heimat wechselte Kukucka zu dieser Saison nach Deutschland – und für ihn begann ein völlig neues Leben. Mittlerweile hat sich der Neuzugang aber „gut eingefunden“, wie er vor dem Spiel beim TV Neerstedt (Samstag, 19.30 Uhr) berichtet.

„Der Verein und die Kollegen haben mir alle super geholfen“, sagt Kukucka, der sich in Barnstorf eine WG mit Mitspieler Maksym Leiba teilt und als Gärtner arbeitet.

Das Aufnahmeritual steht ihm allerdings noch bevor. Auf der Weihnachtsfeier am 13. Dezember müssen die Neuen nämlich „was machen“, verrät Marko Pernar. Was genau, wissen weder der Spielertrainer noch Kukucka.

Aber Pernar kennt die Richtung, in die es geht: „Als ich neu war, musste ich mit den anderen ,Macarena‘ tanzen – in viel zu engen Hosen und zu weiten Shirts.“

Aber auch Derartiges wird Kukucka meistern, da ist sich Pernar sicher – auch weil er noch nicht eine Schwäche beim 1,83-Meter-Mann gefunden hat: „Samuel ist ein Kämpfer. Zwar ist er nicht der robusteste Kreisläufer, aber er findet immer die Lücken in der Defensive.“ Dazu ist Kukucka „extrem fleißig und hat noch nicht ein Training verpasst“.

Schließlich will er seine Chance nutzen. Die hatte Kukucka bei Erstligist HK Kosice „nicht wirklich bekommen“. Das Niveau einiger Clubs in der höchsten Klasse sei ähnlich hoch wie in der Oberliga, doch Spielzeit erhielt er keine.

Also kontaktierte er seinen Ex-Trainer Aleksandras Getautas, der einst in Hannover lebte, und der vermittelte ihn zu den Löwen. Kukucka wagte das Abenteuer und ist nun „froh“ darüber.

Pernars Punkteziel

Löwen-Gegner Neerstedt kassierte zuletzt eine böse Klatsche. Das Team von Andreas Müller verlor am Dienstag beim VfL Horneburg mit 28:40. Der Trainer des Tabellenvierten sprach von „kollektivem Versagen auf hohem Niveau“. Löwen-Coach Marko Pernar warnt dennoch: „Das Ergebnis bedeutet für uns nichts. Es ist ein neues Spiel, und in Neerstedt geht es immer heiß zu.“

In den Hexenkessel geht es für die Löwen mit sechs Sieglos-Spielen in Serie im Gepäck. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch einen Punkt. Pernar macht sich zwar „keine großen Sorgen um den Klassenerhalt“, aber der 33-Jährige betont: „Wir müssen anfangen zu gewinnen, um nicht in einen Strudel zu geraten. Aus den nächsten drei Spielen wollen wir drei, vier Punkte holen.“