
Kamil Chylinski steigt hoch und wirft den Ball ins Tor. © Hannes Göbel
Von: Hannes Göbel
Nach einer klaren Heimniederlage in der Vorwoche gegen den VfL Horneburg (23:31) und einer prekären Situation in der Handball-Oberliga meldet sich die HSG Hunte-Aue Löwen eindrucksvoll zurück, schlägt am Freitagabend in eigener Halle den VfL Fredenbeck II und holt sich wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Diepholz – Die Schluss-Sirene ertönte, sofort streckten die Löwen-Spieler ihre Hände zum Jubeln nach oben, schrien ihre Freude raus, rannten aufeinander zu und lagen sich in den Armen. Es war die pure Erleichterung, die bei der Mannschaft von Trainer Marko Pernar und Heiner Thiemann nach dem Heimsieg gegen den VfL Fredenbeck II (34:28) zu spüren war.
„Wir mussten das Spiel heute gewinnen, ich denke, die Jungs haben den nötigen Willen gezeigt“, freute sich Kapitän Patryk Abram (3) kurz nach dem Spiel über die Leistung seines Teams und setzte sogar noch einen drauf: „Heute haben wir für mein Gefühl das erste Mal so gekämpft, wie wir wirklich können.“
„Das erste Mal ein richtig gutes Heimspiel gemacht“
Zufrieden war auch Trainer Marko Pernar, der wie Abram eine gute Abwehrleistung hervorhob. „Wir haben gut als Mannschaft zusammengespielt. Wir haben die ganze Woche gezielt gearbeitet, wussten, wo die Schwächen des Gegners sind, und haben das gut umgesetzt.“
Heiner Thiemann betonte: „Für mein Verständnis haben wir heute das erste Mal ein richtig gutes Heimspiel gemacht. Wir haben uns über den Kampf klar abgesetzt und den Gegner dominiert, das war so vorher nicht zu erwarten.“ Positiv für ihn schon im Vorfeld die Personallage: „Wir hatten heute seit Langem mal wieder eine fast komplette Mannschaft.“
Nach noch ausgeglichenen ersten 30 Minuten und einer 16:15-Halbzeitführung starteten die Löwen im zweiten Durchgang voller Energie. Zwei Treffer von Toptorschütze Kamil Chylinski (11/1) und ein Tor von Youngstar Marek Damm (4) brachten die erste Drei-Tore-Führung im kompletten Spiel (19:16). Im Anschluss versuchte Fredenbeck, das nun höhere Tempo der HSG mitzugehen, schaffte es aber wenig später nicht, den Rückraum-Shooter Edo Mehinagic (9) zu stoppen, der per Doppelschlag nach knapp 43 Minuten auf 25:20 stellte. Von dort an diktierten die Löwen das Spiel, nahmen auch die ungefähr 100 Zuschauer in der Diepholzer Mühlenkamphalle mit und ließen Fredenbeck keine Chance mehr.
„Wir haben in dieser Saison oft in den entscheidenden Phasen die Konzentration verloren, Passfehler oder dumme Schrittfehler gemacht, das war diesmal nicht der Fall, deshalb freue ich mich riesig“, analysierte Pernar.
Chylinski überragt, Damm nicht zu stoppen
Einmal mehr war es Rückraum-Ass Kamil Chylinski, der in den entscheidenden Momenten immer wieder Verantwortung übernahm und sich im Eins-gegen-Eins erfolgreich durchsetzte. Er selbst wollte sich aber nicht in den Vordergrund stellen: „Es war eine geile Mannschaftsleistung“, freute er sich. „Dass ich mehr Tore geworfen habe als die anderen, ist egal, wir haben gewonnen.“
Auch Spielgestalter Damm war erleichtert: „Das war ein enorm wichtiger Sieg. Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel gezeigt.“ Damm selbst wurde in der zweiten Hälfte immer aktiver. „Ich weiß nicht, was los war, aber mein Gegenspieler konnte mich nicht mehr so gut stoppen“, sagte er leicht verwundert und lachte. Gleich zweimal verwickelte er den Fredenbecker so in einen Zweikampf, dass den Schiedsrichtern nichts anderes übrig blieb, als eine Zeitstrafe zu verhängen.
Ein Experiment von Pernar in der ersten Halbzeit, den Torhüter rauszunehmen und somit einen Feldspieler mehr auf die Platte zu schicken, ist dagegen weniger geglückt, denn nach dem eigenen Tor gab es innerhalb von Sekunden den direkten Gegentreffer, weil das Löwen-Tor noch leer war – und das gleich zweimal hintereinander. „Der Spieler, der sich auswechseln lassen sollte, war etwas zu langsam“, sagte Pernar und lachte.
HSG Hunte-Aue Löwen verschafft sich Luft im Abstiegskampf
Durch den Heimsieg können die Löwen etwas beruhigter in die Feiertage gehen. Schon im Januar beginnt dann die heiße Phase. Am 10. Januar/18.00 Uhr wartet das Auswärtsspiel beim TV Schiffdorf, bevor am 24. Januar/19.15 Uhr die TSG Hatten/Sandkrug zu Gast ist. Zwei direkte Konkurrenten im Tabellenkeller, gegen die man keine Punkte liegen lassen sollte.
Auf die Frage, was Chylinski von den beiden anstehenden Duellen erwartet, antwortete er kurz und trocken: „Vier Punkte, das war‘s.“ Pernar will zwar keine Punktevorhersage machen, ist aber optimistisch: „Ich hoffe, dass wir diese Mentalität, die wir heute gezeigt haben, halten. Dann sieht es gut aus.“
HSG Hunte-Aue LöwenVfL Fredenbeck II 34:28 (16:15) – Löwen: Petrovic, Leiba – Beljic, Kukucka (2), Pishchuckhin (3), Planitz, Damm (4), Stankovic, Chylinski (11/1), Powelkin (1), Mehinagic (9), Abram (3), Kambachev, Lutz (1).






